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Unterwegs : Rentierfütterung in eisiger Kälte

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Hungrige Mäuler warten auf Kina-Reporter Luis, wenn er mit dem Schneemobil unterwegs ist.

Die Motoren der Schneemobile werden gestartet, wir fahren los, der Fahrtwind und aufgewirbelter Schnee fliegt mir in das Gesicht. Es ist minus 17 Grad, aber die letzten Monate haben mich genug abgehärtet, dass ich nicht wirklich friere.

Nach rund 20 Minuten Fahrt kommen wir am Heulager an, allerdings sind alle Heuballen festgefroren. Nach einer kurzen Reihe von samischen Schimpfwörtern, kriegt jeder eine Axt und wir fangen an, den mehrere hundert Kilo schweren Rundballen in kleinere Stücke zu zerhacken. Trotz der eisigen Kälte bekommt man schon nach wenigen Minuten das Gefühl, dass man gerne in eiskaltes Wasser springen möchte. Wir brauchen mindestens eine Stunde, um das ganze Heu zu zerkleinern und auf den Schlitten, der an das Schneemobil gehängt wird, zu laden. Nur eine kurze Kaffeepause für zwei Minuten und schon werden die Motoren gestartet und es geht wieder los. Die Tour geht über Berge, bis wir in ein Tal kommen in dem besonders viele Rentiere sind. Während der Fahrt werfen wir das Heu vom Schlitten und nach nur kurzer Zeit kommen die Rentiere und fangen an zu fressen.

Der Grund warum die Rentiere regelmäßig gefüttert werden müssen ist, weil es nicht genug Nahrung für alle in der Region gibt, aber auch weil wir versuchen müssen, sie an diesem Platz zu halten, damit die Tiere nicht zurück in die Sommerregion laufen, weil sie dann nichts mehr im Sommer zu fressen hätten.

Am Ende des Tages zieht ein Schneesturm auf und wir kommen kurz von der Spur ab, aber als wir wieder am Haus ankommen machen wir alle aus, dass wir uns morgen zur gleichen Zeit wieder treffen. Es ist zwar anstrengend, kalt und ungemütlich, aber trotzdem kann ich mir kaum etwas vorstellen, was mehr Spaß bringt.

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erstellt am 16.Mär.2017 | 01:41 Uhr

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