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Kindernachrichten

03. Dezember 2016 | 14:40 Uhr

Menschenskinder : Malen gegen die Gewalt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Viele Menschen freuen sich auf die Olympischen Spiele in der Stadt Rio de Janeiro. Aber in der Stadt gibt es auch viele Probleme.

Die sechsjährige Letizia Silva ist mit ihrer Mutter gekommen. Die beiden besuchen eine Demonstration gegen Gewalt. Sie wohnen in einem Stadtviertel für arme Menschen in Rio de Janeiro. Das ist eine große Stadt am Atlantik im Land Brasilien. Hier finden im August die Olympischen Spiele statt.

In Letizias Siedlung gibt es oft Schießereien zwischen Kriminellen und der Polizei. Die Bewohner wollen, dass das aufhört. Sie wollen endlich in Frieden leben. Letizia berichtet, dass sie auch in der Schule öfter Schüsse hört. „Ich habe Angst“, sagt sie. Zu der Demonstration ist auch Marieluce María Souza gekommen, sie steht direkt neben Letizia. Die Frau ist dort sehr bekannt. Denn sie hat schon zusammen mit Kindern und Jugendlichen Dutzende Häuser bunt angemalt: mit Herzen, roten, gelben, grünen Häusern und den Drachen, die die Kinder hier so gern steigen lassen. Auch Letizia kennt die bunten Häuser – sie findet die Idee toll, sie hat auch schon mitgemalt.

Marieluce María Souza erzählt: „Mein Traum ist eine Favela, wo alles bunt ist, die Leute ohne Angst raus gehen können und alle in Frieden leben.“ Das Leben hier sei sehr bunt, zum Beispiel werde überall gerne getanzt.

Die Armenviertel heißen Favelas – rund 800 Stück gibt es bereits. Dort herrscht häufig viel Armut: Die Häuser sind sehr einfach, oft fehlen Wasser und Strom. Zudem treiben sich kriminelle Banden herum. Die Polizei hat Probleme, die Kriminalität unter Kontrolle zu bekommen.

Marieluce María Souza will, dass viele hier bei ihrem Malprojekt für mehr Frieden mitmachen. Sie betreut schon 180 Kinder und Jugendliche und bringt ihnen Maltechniken bei.

Gemeinsam malen sie auch Bilder, die sie an einem kleinen Stand verkaufen. Der Verkaufsstand ist ganz oben in der Siedlung, die an einem Berg liegt. Dorthin gibt es eine Seilbahn. Die kleinen Bilder werden für 10 Reais verkauft. Das sind umgerechnet etwa 2 Euro und 80 Cent. Die Hälfte bleibt den Jugendlichen, die so ein neues Hobby finden. „Wir haben viel Spaß zusammen“, berichtet Marieluce María Souza. Die meisten Urlauber kennen in Rio de Janeiro nur berühmte Sehenswürdigkeiten wie den Berg Zuckerhut und die Christus-Statue.

„Ich hoffe, dass eines Tages auch hier Touristen vorbeikommen und sich die bunten Häuser anschauen“, sagt Marieluce María Souza. Das hofft auch Letizia. Aber dafür muss es hier erst einmal sicherer werden.

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erstellt am 30.Jul.2016 | 01:32 Uhr

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