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Kina-Reporter

03. Dezember 2016 | 16:43 Uhr

Auslandsjahr : Eine bombige Zelt-Tour

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Auch Schule läuft dort anders: KiNa-Reporter Luis Gunga (15) berichtet über sein Auslandsjahr in Norwegen.

Bereits in meinem letzten Artikel habe ich darüber berichtet, dass sich Vieles für mich verändert hat, seitdem ich hier in Nord-Norwegen wohne. Auch in der Schule gibt es viele Unterschiede.

Schon als ich an meinem ersten Tag die Schule betrete, fällt mir auf, dass jeder seine Schuhe auszieht. Sogar die Lehrer. Das ist allerdings sinnvoll, denn wenn besonders im Winter die Schuhe nicht ausgezogen werden würden, würde jeder so viel Schnee mit hinein tragen, dass alles nass wäre.

Mich hat auch verwundert, dass man jeden Lehrer einfach mit dem Vornamen anreden darf. Von vielen Lehrern an meiner deutschen Schule kenne ich noch nicht einmal den Vornamen. Das Duzen ist vor allem dafür gut, dass man sich in der Schule wohler fühlt. Außerdem gibt es im Norwegischen die Respekt-Form „Sie” nicht so, wie zum Beispiel bei uns in Deutschland üblich.

Aber den wohl größten Unterschied habe ich letzte Woche auf der alljährlichen Zelt-Tour erlebt. Als die ganze Klasse durch einen alten Bunker-Tunnel aus dem Zweiten Weltkrieg lief, wurde auf der anderen Seite von einigen der Schüler Geschütz-Munition gefunden. Die Reaktion der Lehrerin war klar, aber trotzdem sehr gelassen. Als wäre es das Normalste der Welt, sagte sie: „Tut die mal zurück, die können noch gefährlich sein.” Am Ende ist zum Glück nichts passiert. Aber so eine Reaktion oder überhaupt eine solche Zelt-Tour in den Bergen würde man wohl nur mit den wenigsten Lehrern erleben.

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erstellt am 12.Okt.2016 | 03:55 Uhr

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