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Kindernachrichten

06. Dezember 2016 | 22:57 Uhr

Forschung : Für die Wissenschaft ab ins Träumeland

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wie sehr stört Fluglärm den Schlaf von Kindern? Der neunjährige Tom hilft Forschern, es herauszufinden.

Vorsichtig öffnet Toms Mutter die Tür zum Kinderzimmer. Es ist Sonntagmorgen, acht Uhr. „Tom, Zeit zum Aufstehen“, sagt die Mutter. Verschlafen und mit verstrubbelten Haaren reibt sich der Junge die Augen.

Toms Mutter ist nicht allein. Sie hat Julia Quehl mitgebracht. Die Frau ist Forscherin und arbeitet in der Stadt Köln im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Was eine Forscherin am frühen Sonntagmorgen an Toms Bett zu suchen hat? Sie untersucht mit ihren Kollegen, ob Lärm den Schlaf von Kindern wie Tom stört. Und ob das vielleicht der Gesundheit schadet.

Tom und seine Familie wohnen nämlich in der Nähe des Kölner Flughafens. Tag und Nacht starten und landen dort Flugzeuge. Vor allem die Landung ist ganz schön laut, weil die Flieger dann oft in geringer Höhe über das Haus hinwegdonnern.

Tom hat insgesamt vier Nächte im Dienst der Wissenschaft geschlafen. „Die erste Nacht war ganz schön komisch. Da war ich noch total aufgeregt“, verrät der Neunjährige. Anfangs wollte er auch gar nicht mitmachen. „Ich dachte, die Forscher könnten sehen, was ich träume“, sagt Tom und lächelt.

Das geht zwar nicht. Aber die Forscher können sehen, welche Reaktionen beim Schlaf im Gehirn ablaufen. An seinem Bauch trägt Tom dazu einen kleinen Kasten. In diesem stecken weiße und gelbe Kabel.

Sie führen hinauf zu Toms Brust und zu seinem Kopf. Am Ende der Kabel sind Elektroden, die auf die Haut geklebt werden. Sie zeichnen die ganze Nacht alle wichtigen Daten auf. Zum Beispiel Toms Herzschlag. „Außerdem machen wir ein EEG“, erklärt Julia Quehl. Das bedeutet: Die Forscher messen Toms Gehirnströme. An diesen Daten können sie ablesen, welche Schlafphasen Tom in der Nacht durchgemacht hat. Man schläft nämlich manchmal tief, manchmal weniger tief. „Und wir können prüfen, ob und wie oft Tom durch den Flugzeuglärm aufgewacht ist“, erklärt Julia Quehl.

Am Morgen entfernt sie vorsichtig die Elektroden und die Kabel. Damit es nicht so ziept, benutzt sie ein spezielles Spray. Dann muss Tom einen Fragebogen ausfüllen: Wie hat er geschlafen? Ist er nachts aufgewacht? Hat ihn der Lärm gestört? Zum Schluss kommt das Mäusejagd-Spiel dran. Das ist eine Art Computerspiel. Immer wenn die Maus den Kopf aus dem Loch streckt, muss Tom schnell einen Knopf drücken. So prüfen die Forscher, ob der nächtliche Lärm die Schnelligkeit und die Reaktion der Kinder verändert. Dann ist der Test vorbei. Als Belohnung bekommt Tom einen Spielzeug-Gutschein.

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erstellt am 17.Jul.2016 | 18:29 Uhr

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