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Kindernachrichten

09. Dezember 2016 | 03:00 Uhr

Geschichte : Eine versunkene Stadt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Im Nordseemuseum können Kinder sich auf die Spuren von Rungholt begeben.

Die sagenumwobene Stadt Rungholt auf der ehemaligen Insel Strand direkt vor der nordfriesischen Küste ging vor mehr als 600 Jahren unter. Heute gibt es fast keine Spuren mehr von diesem Ort, aber viele fantastische und teils auch wahre Geschichten. Im Nordseemuseum können Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren eine mittelalterliche Zeitreise nach Rungholt unternehmen.

Was damals passierte, weiß niemand so ganz genau, deshalb spricht man auch von einer Legende, einem Märchen. Wie haben die Menschen in dieser Siedlung, die das Meer irgendwann komplett verschluckt hat, gelebt und gearbeitet? Viele kluge Köpfe haben sich das schon gefragt und die zahlreichen Fundstücke, die Wattwanderer und Forscher im Laufe der Zeit im Watt entdeckten, ganz genau unter die Lupe genommen. Tolle Sachen sind darunter, und die sind fast alle in dieser Ausstellung zu sehen. Tonscherben und ganze Krüge, Gold- und Bronzeringe, Gürtelschnallen aus Buntmetall, Kämme und Nadeln aus Knochen oder auch Teile einer Waage, wie sie damals von Händlern benutzt wurde.

Die Eltern von Jakob (10) und Anna (8) aus Bremen besuchten das Museum in Husum eigentlich nur, weil das Wetter schlecht war. Im Internet hatten sie gelesen, dass dort auch Führungen speziell für Kinder angeboten wurden, und so brachten sie ihren Nachwuchs an einem Regentag ins Nissenhaus. Und die Geschwister waren begeistert!

Mit dem wunderbar erzählten Rungholt-Märchen zog die Museumspädagogin Tanja Brümmer Anna sofort in ihren Bann, während Jakob in der Ausstellung bei den Schwertern und Speerspitzen große Augen bekam. Hier war er in seinem Element. „So etwas interessiert mich total“, sagte der Zehnjährige, der auch die anderen Kinder mit seinem Wissen beeindrucken konnte.

Viel Spaß hatten alle daran, selbst einmal auszuprobieren, wie Korn per Hand zu Mehl verarbeitet wird. Sie überlegten, welche Kleidung die Rungholter früher trugen, wie sie wohl gewohnt, gekocht und geschlafen haben. Was gab es zu essen und zu trinken? Und vor allem: Welche Spiele kannten die Kinder früher? Tanja Brümmer zeigte ihnen ein Kreisspiel, bei dem Gegenstände blitzschnell die Runde machen müssen, und ließ sie anschließend einen „Schnurrkater“ basteln: Aus Bindfäden und einem Stück Holz entstand ein Spielzeug, das bei geschicktem Zwirbeln der Fäden Schnurrlaute von sich gibt und Wind macht. „Ganz toll, wir würden immer wieder herkommen“, fanden Anna und Jakob nach diesem für sie ganz besonderen Museumserlebnis. > Die nächste mittelalterliche Reise nach Rungholt für Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren findet am Sonntag, 25. Juli, um 11 Uhr statt. An jedem ersten Sonntag im Monat gibt es ab 10.30 Uhr im Nordseemuseum die Führung mit passendem Bastelprogramm, die nächste ist am 7. August.

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erstellt am 21.Jul.2016 | 01:58 Uhr

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