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Kindernachrichten

05. Dezember 2016 | 15:37 Uhr

Urlaub : Eine schöne Erinnerung

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Was hast du dir aus dem Urlaub mitgebracht? Ein kleines Mitbringsel hat immer Platz im Koffer.

I ♥ NY. Das kleine rote Herz glitzert auf Maras T-Shirt. Das T-Shirt ist ihr zu klein. Aber weggeben wird sie es nicht, es ist ein Andenken an die New York Reise. Bedruckte T-Shirts sind sehr beliebte Souvenirs. „Se souvenir“ ist Französisch und heißt „sich erinnern“. Der hellgraue, kleine Stein glitzert nicht. Er ist aber auch ein Souvenir. Schon vor über 1200 Jahren brachten Pilger Steine und Erde in kleinen hölzernen Kisten von den heiligen Orten mit.

Das Reisen war früher nicht so einfach wie heute. Die Straßen waren schlecht, die Passagiere saßen eng beieinander und wurden in den Kutschen durchgerüttelt. Nach so einer Fahrt taten ihnen sicher noch lange der Po und die Knochen weh. Um sich an die schönen Momente der Reise zu erinnern, kauften die Reisenden kleine Andenken, die leicht zu transportieren waren, zum Beispiel Mini-Gemälde von Landschaften oder Gebäuden. Mit der Eisenbahn wurde das Reisen leichter. Wer es sich leisten konnte, fuhr los und brachte sich Kuckucksuhren aus dem Schwarzwald, gemalte Edelweißblüten aus den Alpen oder Bierkrüge mit Gravur aus Bayern mit. Die Einheimischen in den Urlaubsregionen merkten schnell, dass sie mit ihrer Handwerkskunst Geld verdienen konnten. Sie schnitzten, malten oder töpferten für die Touristen. Die Souvenirs, die heute überall auf der Welt verkauft werden, sind selten Handarbeiten, sondern werden industriell vor allem in Asien produziert. Ab 1960 hatten immer mehr Menschen Geld und Zeit zum Verreisen. Unterwegs kauften sie bemalte Baumscheiben, bedruckte Tücher, Muschelkästen oder Trachtenpuppen – egal ob kunstvoll, wertvoll oder am Strand gefunden, entscheidend ist die Bedeutung des Souvenirs für den Reisenden. Eine Schneekugel mit Delfinen oder eine große, schillernde Muschel erinnern an Eis essen und Baden in der Nordsee.

Dabei findet man solche Muscheln gar nicht am Nordseestrand, sondern unter Palmen an der Südsee. Die meisten Souvenirs stammen nicht mehr aus dem Ort, wo man sie als Andenken kaufen kann. Die Buddelschiffe im Souvenirladen am Hamburger Hafen kommen jetzt über den Indischen Ozean nach Deutschland. Die Schiffchen werden auf den Philippinen in die Flaschen gesetzt.

Ursprünglich halfen die Mini-Segelschiffe gegen Langeweile. Auf den monatelangen Fahrten bastelten die Matrosen die Buddelschiffe. Sie brachten auch Speere, Schrumpfköpfe, Holzfiguren, Edelsteine oder Schlangenhäute mit, die Souvenirhändler ihnen in Hamburg abkauften.

Exotische Tiere oder Pflanzen als Souvenir mitzubringen, ist heute verboten. Trotz Artenschutz finden Zöllner immer wieder lebende Schildkröten, Steinkorallen, Elfenbeinschnitzereien oder Orchideen im Gepäck. Sogar den ausgestopften Kopf eines Nil-Krokodils, an dem noch die Haut des restlichen Körpers hing, entdeckten Zollbeamte gerade am Düsseldorfer Flughafen im Koffer eines Reisenden.

Aber die meisten Souvenirs sind einfach nur nette Mitbringsel: Mini-Statuen, -Türme oder -Schiffe, Plastik-Puppen, Tassen, Taschen, Teddys oder Schlüsselanhänger. Kitschig? Überflüssig? Egal. Was zählt, sind die Erinnerungen, die daran hängen. Und natürlich gibt es auch Souvenir-Trends. Das „I ♥“-Design hat sich weltweit verbreitet. Dieses Jahr könnte Mara sich einen Becher, Magneten oder ein passendes T-Shirt mit „I ♥ Athen“ mitbringen.




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erstellt am 02.Aug.2016 | 01:10 Uhr

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