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Kindernachrichten

10. Dezember 2016 | 23:20 Uhr

Weltweite Aktion : Ein Pappkerlchen reist durch die Welt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Kinder aus den USA schicken die Figur Flat Stanley in einem Briefumschlag zu anderen Familien, um mehr über deren Alltag zu erfahren.

Der Besuch für Familie Bushey kam per Post: Es ist ein Pappmännchen, das in einen großen Briefumschlag passt. Sein Name: Flat Stanley (gesprochen Flät Stänlei). Das heißt auf Deutsch etwa: platter Stanley.

Geschickt hat ihn Reese, eine Verwandte der Familie. Sie wohnt im Westen des Landes USA und geht in die zweite Klasse. Sie hat Stanley ausgeschnitten, bunt angemalt und auf die weite Reise geschickt.

Jetzt macht er bei Familie Bushey im Osten der USA drei Wochen Urlaub.Was hat es mit Flat Stanley auf sich und warum ist die Figur bei vielen Kindern so beliebt? Das Ganze funktioniert ein bisschen wie eine Brief-Freundschaft: Jemand bastelt so ein Pappkerlchen und schickt es einem anderen Kind oder einer anderen Familie.

Die Leute nehmen Stanley überall mit hin und schreiben auf, was sie mit ihm alles erleben. Dann schicken sie alles zurück zum Absender oder noch weiter an eine andere Familie. So erfährt man viel über das Leben von anderen Kindern und Familien.

Flat Stanley erlebt bei den Busheys in den USA einiges: Vater Mike nimmt ihn mit zu seiner Arbeit in einem großen Krankenhaus und fotografiert ihn dort. „Er ist auch mit mir U-Bahn gefahren“, erzählt Mike. Auch beim Fußballspiel von Cousine Lauren sitzt Stanley mit auf der Zuschauer-Tribüne.

Die vielen Fotos und ein kleines Tagebuch darüber, was Flat Stanley in Maryland und der Hauptstadt Washington alles gemacht hat, schicken die Busheys dann an Reese zurück. So können Reese und ihre Klasse viel über den Alltag in anderen Gegenden der USA und auch der Welt lernen - weil andere Kinder und Verwandte in Stanleys Tagebuch schreiben. Viele Grundschulkinder in den USA verschicken einen Flat Stanley oder auch ein kleines Pappmädchen namens Flat Stella. Selbst bei Präsident Barack Obama war ein Flat Stanley schon zu Besuch.

Aber wo kommt die Idee mit dem Flat Stanley her? Und warum heißt er so komisch? Die Figur stammt aus einem alten amerikanischen Kinderbuch. Darin wird ein Junge namens Stanley nachts von einer heruntergefallenen Pinnwand platt gedrückt. Er ist aber nicht verletzt, sondern einfach nur ganz flach. Er erlebt tolle Abenteuer. Denn er kann nun wie ein Drachen fliegen, sich unter Türen durchschlängeln und per Brief verreisen.

Vor etwa 20 Jahren hatte der Grundschullehrer Dale Hubert in Kanada dann eine Idee: Seine Schüler sollten ihren eigenen Flat Stanley auf Abenteuerreisen schicken. Manche Kinder aus Amerika schicken Stanley und Stella auch in andere Länder, sogar nach Afrika oder Europa. Mittlerweile finden Kinder auf der ganzen Welt die Idee spannend: Tausende Schulen in verschiedenen Ländern machen mit. Auch Kinder aus Deutschland sind dabei.

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erstellt am 13.Nov.2016 | 17:25 Uhr

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