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Kindernachrichten

25. September 2016 | 22:51 Uhr

Juniorwahlen : Ein Kreuz für die Zukunft Europas

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Am Sonntag geben die Deutschen ihre Stimmen für das EU-Parlament ab. Schüler aus Schafflund zeigen, wie’s geht – bei der Juniorwahl.

Ein Kreuz malen – mehr müssen die Wähler nicht tun, um die Zukunft Europas mitzubestimmen. Die Neuntklässler der Gemeinschaftsschule Schafflund bei Flensburg finden, das sei nicht zu viel verlangt.

Seit gestern stimmen Menschen in der Europäischen Gemeinschaft (EU) für das neue EU-Parlament ab. In Deutschland ist am Sonntag Wahltag. Bürger aller 28 Staaten, die zur EU gehören, dürfen mitmachen – aber nur, wenn sie mindestens 18 Jahre alt sind.

Die Neuntklässler aus Schafflund sind erst 15 oder 16 Jahre alt. Trotzdem haben sie gestern schon jeder ein Kreuz gemacht. Das Projekt heißt Juniorwahl und in ganz Deutschland konnten sich Schulen dafür anmelden. Insgesamt nehmen rund 200 000 Schüler an der Probe-Wahl teil. In Schleswig-Holstein sind es 18 000 an 73 Schulen. Mit der Juniorwahl bekommen die Schüler jede Menge Wissen rund ums Wählen – und erfahren auch, wie es geht.



24 Parteien – die Qual der Wahl




 

Zunächst bekommt jeder Wahlberechtigte eine Wahlbenachrichtigung. Das ist eine Karte, die mit der Post ins Haus kommt. Da steht der Name drauf, der Tag, die Uhrzeit und wo das Wahllokal, also der Ort der Wahl, ist.

Anna zum Beispiel geht mit ihrer Wahlbenachrichtigung in das Wahllokal, das im Mehrzweckraum der Schule eingerichtet wurde. Dort bekommt sie von den Wahlhelfern den blauen Stimmzettel mit 24 Parteien drauf. Damit geht sie in die Wahlkabine, wo sie unbeobachtet ihr Kreuz machen kann. Denn blauen Zettel faltet sie dann zusammen und steckt ihn in die Wahlurne.



Europa gestalten, wie wir es wollen




 

„Jeder, der wahlberechtigt ist, sollte wählen gehen. Denn es ist eine Chance, Europa so zu gestalten, wie wir es wollen“, sagt Anna. Der 15-Jährigen sind Umwelt-Themen wichtig. Deshalb überlegt sie, die Grünen zu wählen. Da sind aber auch einige Punkte, bei denen sie sich nicht so sicher ist, ob sie der Partei zustimmt.

Die richtige Wahl zu treffen, ist nicht so leicht, wie einfach nur ein Kreuzchen zu machen, haben die Schüler festgestellt. Dabei haben sie sich mit ihrem Lehrer Stefan Jessen gründlich vorbereitet. Sie haben sich darüber informiert, wie in Europa Politik gemacht wird, zum Beispiel im EU-Parlament.

Vor ihrer Entscheidung für eine Partei haben sie unter anderem die Wahlwerbespots angeschaut und online im Wahl-o-mat ihre Ansichten mit denen der Parteien verglichen. Finn findet es wichtig, dass jeder Arbeit zu einem angemessenen Lohn hat und meint, dass das am besten von der SPD umgesetzt wird. Mareike will ebenfalls Gerechtigkeit in Sachen Lohn und Arbeit, glaubt aber, dass die CDU das besser umsetzt. Mats macht sein Kreuz bei den Grünen, weil die sich für die Umwelt einsetzen. Und Rike stimmt für die Piraten: „Weil die sich durchsetzen und sagen, was Sache ist“, sagt die 16-Jährige.

Wenn sie in fünf Jahren bei der richtigen Wahl mitmachen dürfen, werden die meisten der Neuntklässler wohl dabei sein, denn: „Jede Stimme zählt“, sagt Wiebke (15).> Wissen rund um die Europawahl und ein Länder-Memory findet ihr online unter www.shz.de/kina.

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erstellt am 23.Mai.2014 | 01:25 Uhr

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