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Segelaustellung : Das Wettrennen der Könige

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Neu eröffnet: Die Kina-Reporter schauen sich eine Bootswerft mit großer Segelausstellung in Flensburg an.

Warum kauften sich die früheren Könige prachtvolle Segelyachten? Diese und viele andere interessante Fragen wurden uns in der Ausstellung der Robbe & Berking Werft in Flensburg beantwortet, die gerade im Oktober eröffnet wurde.

Ina Steinhusen ist die Projektleiterin in dem Museum, das zu der Werft für klassische Yachten gehört. Sie führte uns durch die Ausstellung und erzählte uns, wie der deutsche Kaiser Wilhelm II. vor über hundert Jahren die Yacht „Meteor Eins“ kaufte, und so ein internationaler Wettlauf zwischen dem Deutschen Reich und England begann. Die Könige der Länder waren lange damit beschäftigt, immer das modernere Schiff als der ungeliebte Gegner zu haben. Der englische König George V. liebte sein Schiff so sehr, dass er wollte, dass sein geliebtes Schiff, die „Britannia“, mit ihm untergeht. Und so wurde es nach seinem Tod an einer tiefen Stelle des Ärmelkanals versenkt.

In der Ausstellung befinden sich große Gemälde, Antiquitäten aus den Schiffen und Modelle aus Holz und Silber, die in jahrelanger Handarbeit aufgebaut wurden, wie uns Modellbootsbauer Gerd Neumann erzählte.

Kurz vor dem ersten Weltkrieg wurden die Segelschiffe unmodern und die Könige kauften sich Dampfschiffe. Nach dem Weltkrieg war das regelmäßige Aufrüsten von Yachten vorbei, doch viele Könige segelten weiterhin zu ihrem Vergnügen. In der Ausstellung ist zu sehen, wie die dänischen und norwegischen Königsfamilien noch bis heute den Sport ausüben.

Aus dem sportlichen Wettrennen zwischen Wilhelm II. und Edward II. entwickelten sich auch die großen Segelturniere, bei denen heute aber nicht mehr Yachten aus Holz antreten, sondern leichtere Katamarane, die wesentlich schneller sind als ihre Vorgänger auf dem Wasser.

Mehr über die Geschichte der klassischen Yachten und der Regatten kann man in der umfangreichen Bibliothek in dem Werft- und Ausstellungsgebäude lesen.

In der Werft werden klassische Yachten restauriert, neu gebaut oder können dort überwintern. Kunden kommen teilweise aus Amerika und werden fast ausschließlich über Mund zu Mund Propaganda bei Wettbewerben oder Kontakte und Empfehlungen angeworben. Werbung müssen sie dafür eigentlich nicht machen, erzählte uns Ina Steinhusen.

Ein Besuch der Robbe & Berking Ausstellung in Flensburg lohnt sich auf jeden Fall, da man dort viel über die Geschichte und Tradition des Segelsports lernt und so vielleicht auch mal Lust bekommt, zu segeln.


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erstellt am 25.Okt.2016 | 20:00 Uhr

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