zur Navigation springen

Kindernachrichten

25. März 2017 | 12:30 Uhr

Beruf : Aus dem Stadion in die Schule

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Ex-Fußballer Knut Reinhardt arbeitet als Lehrer. Manchmal verteilt er sogar gelbe und rote Karten.

Braune Ledertasche, Turnschuhe – Knut Reinhardt sieht aus wie ein normaler Lehrer. Dabei war er mal ein echter Fußballstar.

Zehntausende jubelten ihm zu, wenn er im schwarz-gelben Trikot von Borussia Dortmund auf das Spielfeld lief. Ein Publikumsliebling! Mit Dortmund feierte er große Erfolge. Er gewann zum Beispiel die Champions League und wurde zweimal deutscher Meister.„Das war ein großer Moment, als wir 1995 die Meisterschaft geholt haben“, erinnert Knut Reinhardt sich. „Die Fans sind auf den Fußballplatz gestürmt und haben den Rasen ausgebuddelt, die Netze aus den Toren gerissen und die Pfosten zerhackt.“ Alle wollten eine Erinnerung an diesen besonderen Tag mit nach Hause nehmen. Knut Reinhardt war mittendrin.

Warum arbeitet er jetzt als Lehrer? „Als ich Anfang 30 war, stellte sich heraus, dass ich meinen Lieblingsberuf nicht mehr ausüben konnte“, sagt Knut Reinhardt. Der Mittelfeldspieler war dauernd verletzt.

Damit ist Knut Reinhardt nicht allein. Auch andere Fußballer beenden ihre Laufbahn in diesem Alter. Vor Kurzem kündigte zum Beispiel Philipp Lahm an, im Sommer aufzuhören. Kaum ein Profi spielt über sein 40. Lebensjahr hinaus. Die meisten hören früher auf.

Aber verdient man als Fußballstar nicht so viel Geld, dass man nie wieder arbeiten muss? Nicht unbedingt. „Damals haben wir schon gut verdient“, sagt Knut Reinhardt. „Aber nicht so viel, dass es für das ganze Leben reicht.“ Und den ganzen Tag zu Hause hocken und Fernsehen gucken – das konnte er sich auch nicht vorstellen.

Ein Freund machte ihm den Vorschlag, Lehrer zu werden. „Ich habe lange überlegt“, sagt Knut Reinhardt. Aber dann hat er es durchgezogen. Sieben Jahre lang ging er zur Uni, studierte, machte Prüfungen und eine Art Ausbildung an einer Grundschule. „Das war eine harte Zeit, aber es hat sich gelohnt“, sagt er heute.

Knut Reinhardt hat jetzt einen zweiten Traumberuf: Lehrer. Manchmal spricht er mit den Schülern über seine Zeit als Fußballer. Die gucken sich seine alten Spiele im Internet an. „Ich versuche ihnen beizubringen, dass man etwas erreichen kann, wenn man sich anstrengt“, sagt Knut Reinhardt.

Manche Sachen hat er einfach von früher übernommen: Wenn sich ein Schüler danebenbenimmt, zückt Reinhardt schon mal die rote Karte. Der Schüler muss dann einen Nachdenkzettel ausfüllen. Und die Eltern müssen unterschreiben. Das musste Knut Reinhardt als Fußballer bei einer roten Karte nicht.

zur Startseite

von
erstellt am 04.Mär.2017 | 01:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen