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Deutschland & Welt

05. Dezember 2016 | 13:28 Uhr

Cannabis-Legalisierung in US-Staaten : Kiffen an Thanksgiving: Marihuana wird zur Feiertagsdroge

vom
Aus der Onlineredaktion

Thanksgiving ist für viele Amerikaner ein Anlass, nicht nur an Obstler und Cidre, sondern auch an der Marihuana-Ernte zu schnuppern.

Denver | An Thanksgiving, dem amerikanischen Erntedankfest, lassen es sich die US-Bürger gerne gut gehen. Der vierte Donnerstag im November (2016 ist das der 24.) ist ein nationaler Feiertag und der Beginn eines verlängerten Wochendendes. Wie Weihnachten wird er mit der Familie verbracht. Nach Dankgebeten für Mais, Weizen, Äpfel und anderen Erwerb widmen sich die Menschen mit Vorliebe dem Verzehr eines gefüllten Truthahns – und dann gibt es Torte. Allmählich entwickelt hat sich um den Familienfeiertag herum – oder am Rande dessen – auch eine Kultur des Kiffens entwickelt.

Die Industrie mit dem berauschenden Naturprodukt boomt und wird wohl weiter stark wachsen.  Denn durch die Volksabstimmungen am Rande der US-Wahl am 8. November hat sich die Zahl der US-Staaten verdoppelt, in denen Cannabis vollständig legalisiert wird. 

Seit Colorado, Washington, Oregon, Alaska und Washington, D.C. Cannabis vollständig legalisiert haben (Kalifornien, Nevada, Massachusetts, und wohl auch Maine werden sich anschließen) kann man die Nachfragekonjunktur nach Marihuana relativ genau nachzeichen. Und die Händler bestätigen die Ergebnisse: Die Thanksgiving-Zeit ist für viele Amerikaner ein Anlass, nicht nur an Obstler und Cidre, sondern auch mal an der Marihuana-Ernte zu schnuppern.

<p>Der Truthahn.</p>

Der Truthahn.

Foto: imago/ZUMA Press

Am Black Friday – das ist der gern als Brückentag freigenommene Tag nach Thanksgiving – geht es demnach nicht mehr nur um Schnäppchen und Kaufrausch. Die Cannabis-Verkäufe an jenem Freitag waren laut Daten der Washingtoner Arzneiausgabe bereits im letzten Jahr um 13 Prozent höher als an einem gewöhnlichen Freitag. Das berichtet „Bloomberg“. Folglich wird er in der Branche auch „Green Friday“ genannt. Ein Versand-Händler aus Denver berichtet in dem Bericht sogar von einer Verdopplung der Verkäufe und erwartet für dieses Jahr einen wesentlich größeren „Hüpfer“ nach oben.

Ausgehend von Colorado und Oregon, wo die Legalisierung der Droge begann und wo der Trend zum Festtags-Joint schon länger besteht, scheint sich der Habitus um ganz Amerika zu wickeln. Davon geht jedenfalls Adam Bierman, ein Mitbegründer der Marihuana-Management-Beratungsfirma MedMen, den Bloomberg zitiert.

<p>Der Joint.</p>

Der Joint.

Foto: imago/blickwinkel
 

Der Joint zum Erntedank scheint sich wie die Schokoladenweihnachtsmänner zu Weihnachten, der Sekt zum Empfang und das Feuerwerk zu Silvester in den kulturellen Terminkalender einzutragen. Gerade am Mittwoch vor Thanksgiving – inzwischen ist hier vom „Weed Wednesday“ die Rede – ist Marihuana-Shopping ganz groß angesagt. Die Menschen füllen ihre Lager auf – wohl um an ihrem langen Wochenende nicht noch leer zu laufen. Flächendeckend nimmt die Nachfrage nach der Ernte am Mittwoch um 27 Prozent zu.

Die Händler haben natürlich erkannt, dass es an diesen Tagen etwas zu holen gibt. Damit die Käufer sich nicht fürchten müssen, mit Familienangehörigen aufgrund ihres Drogenkonsums in Konflikt zu geraten, werden ganze Produktpakete angeboten. In Denver werden beispielweise „Ferien-Geschenkpakete“ angeboten, in denen Hasch-Kekse, Vaporisierstifte und Konzentrate enthalten sind – damit Omi es nicht merkt. Man will ja nicht gleich mit dem Joint ins Haus fallen.

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erstellt am 23.Nov.2016 | 16:01 Uhr

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