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Zisch - Zeitung in der Schule

03. Dezember 2016 | 22:52 Uhr

Das Ziel ist ein fester Job oder Ausbildungsplatz

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Abdulrahman Sabsabi (24) aus Syrien steht schon um 5 Uhr morgens auf, schließlich will er pünktlich um 8 Uhr in Flensburg sein und der Bus im kleinen Satrup, seiner neuen Wahlheimat, wartet nicht. „Mein Ziel ist es, so schnell wie möglich Deutsch zu lernen, um wieder arbeiten zu können.“ In seinem Heimatland Syrien war er Zeitungsredakteur, jetzt drückt er beim Bildungsunternehmen agp erst einmal wieder die Schulbank.

Im Rahmen des Projekts „Kompass“ wird versucht, jungen Menschen nach der Flucht das Leben in Deutschland zu erleichtern. Was im Dezember letzen Jahres mit fünf Teilnehmern begann, ist auf bald 130 Schüler angewachsen. „Wir platzen mit unseren Räumen und Möglichkeiten aus allen Nähten“, sagt Projektleiterin Yvonne Kauthak. Für Analphabeten wurde eine eigene Gruppe eingerichtet. Doch die meisten Teilnehmer haben hier mit Abitur-Niveau angefangen.

Fünf Einheiten Sprachunterricht pro Woche sind vorgesehen. „Wer zu uns kommt, hat sich freiwillig dafür entschieden“, erklärt Prokurist Cem Sadik. Ausgebildete Sprachlehrer stehen für die DaZ-Gruppen täglich im Klassenzimmer. Dazu gehört auch Lukas Hanitsch (25), der seinen Bachelor im Lehramt bereits in der Tasche hat. 15 Schüler im Alter zwischen 19 und 28 Jahren unterrichtet er. Die meisten kommen aus Syrien, Afghanistan und Serbien. Der größte Teil davon sind junge Männer, weibliche Teilnehmerinnen gibt es kaum. Einen Dolmetscher braucht Lukas Hanitsch nicht, denn der Unterricht wird komplett auf Deutsch abgehalten. „Die Klasse macht beachtliche Fortschritte“, freut sich der engagierte Lehrer. Das Lernmaterial schlechthin ist für ihn die Tageszeitung. Für Abdulrahman Sabsabi ist das quasi ein Heimspiel „Vielleicht kann ich ja irgendwann wieder in einer Redaktion arbeiten“, wünscht er sich.

Lukas Hanitsch verteilt Kopien und liest die Aufgaben der nächsten Stunde vor: „Sucht die Seite mit dem Namen Wirtschaft, welche Seitenzahl hat sie?“ Er erklärt, was ein Impressum ist und beschreibt die Lernwörter aus den Artikeln. „Sucht den Namen eines Fußballvereins“, „Was kostet die Zeitung?“ und „Auf welcher Seite sieht man den Wal Piet und die Ente Paula?“. Ebenso kleine Veranstaltungsankündigungen sind eine gern genommene Lernvorlagen für „Was, wann, wo und wer“-Fragen. Jeder hat sein Smartphone vor sich liegen, denn im Unterricht darf die Übersetzungs-App genutzt werden.

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erstellt am 15.Jul.2016 | 18:23 Uhr

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