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Junge Zeitung

08. Dezember 2016 | 03:09 Uhr

Die neue sh:z-Tablet-Klasse : Medialer Unterricht macht Schule

vom

Mädchen und Jungen aus der Grund- und Gemeinschaftsschule Viöl-Ohrstedt-Haselund arbeiten jetzt mit iPads und finden das richtig klasse

Viöl Es ist ein ganz normaler Schultag für die Mädchen und Jungen der sechsten Klasse der Grund- und Gemeinschaftsschule Viöl-Ohrstedt-Haselund. Heute steht Verbraucherbildung auf dem Stundenplan, das Thema:  „Zu gut für die Tonne“. Ein Papierbogen, Schere und Kleber liegen parat. „Auf dem Blatt seht ihr verschiedene Lebensmittel, schneidet sie aus und findet heraus wie man sie zu Hause am Besten lagern sollte“, bekommen die Schülerinnen und Schüler von ihrer Lehrerin  Simone Kampka als Aufgabe. Doch anstatt das seitenschwere Bio-Buch aus dem Schulranzen zu kramen, liegt ein silberfarbenes Tablet vor ihnen und statt eines Füllhalters ein spezieller Stift für den Touchscreen.

Wohin packt man das Brot? Wohin kommen die Gurken und wie ordnet man eigentlich einen Kühlschrank? Die Google-App auf dem iPad weiß Antwort und spuckt Erklärungen und  passende Homepages aus. „Das macht einfach total viel Spaß“, sagt die elfjährige Cassandra Pieper während sie durch das Menü tippt.

"Die Schüler wissen oft mehr als ich"

Letztes Jahr wurde die Klasse als erste in der Schule mit iPads ausgestattet. „Es hat nicht mal vier Wochen gedauert, bis jeder damit problemlos umgehen konnte“, erinnern sich die  Projektbeauftragten und Ideenbringer Britta Westphal und  Winfried Bonwetsch. „Die Schüler wissen mittlerweile oft mehr als ich, das muss ich erstmal verarbeiten“, fügt die Lehrerin schmunzelnd hinzu.

Gestärkte Medienkompetenz:  Die shz- und A.Beig-IPad-Klassen
Der sh:z und der A.Beig-Verlag unterstützen Tablet-Klassen mit vergünstigten Konditionen. Kosten für das Schulpaket: iPad Air 2, 16 GB, Wifi, 15€ mtl./24 Monate oder 360 €. Im Schulpaket sind die digitale Tageszeitung, Materialien und Workshops enthalten. Für das Lehrerkollegium gibt es einen Apple-Workshop mit Unterrichtsszenarien inklusive. Informationen unter 0461- 8082052.

Dass ausgerechnet die Mitschüler der Unterstufe ein eigenes iPad haben, hat sich bei den Älteren schnell herumgesprochen. „Ein wenig neidisch sind die schon“, weiß  der zwölfjährige Jan Hansen. Er geht in die sechste Klasse und ist seit Anfang des Jahres stolzer Besitzer eines Apple-Tablets. „Schon sehr cool“, sagt er und zeigt auf die  Learning-App für den Englischunterricht.

"Wer gegen die Regeln verstößt, muss sein Tablet abgeben"

Im Dezember 2014 wurde die heute  sechste Klasse mit 25 Stück ausgestattet, genau ein Jahr später durften sich dann die Fünftklässler über insgesamt 57 Stück freuen.  „Das ist nur möglich gewesen, weil wir so viel großartige Sponsoren finden konnten“, sagt Britta Westphal, die gemeinsam mit Schulleiter Stephan Kinder  in der Region kräftig die Werbetrommel gerührt hatte. „Die Betriebe  investieren ja auch in ihre zukünftigen Mitarbeiter, das ist ein gutes Argument“, sagt IT-Fachmann Winfried Bonwetsch. Das findet auch Kunst- und Deutschlehrer Uwe Krieger und  funktioniert in seinem Kunstunterricht  immer häufiger das iPad zum Bastelkasten um.    Schere, Stifte, Radiergummi und andere Utensilien dürfen seine Schüler und Schülerinnen gerade auf einem weißen Papier zum Stillleben zusammenstellen. Mit der internen Kamera  wird ein Foto geschossen und dieses mit kreativen Tools bearbeitet. So bekommt die Schere Augen, das Geodreieck Füße und der Buntstift Arme. Die kleinen Kunstwerke werden mit dem Active Board an der Wand verlinkt und den anderen vorgestellt. Wie im Kunstunterricht, findet das iPad auch  in anderen Fächern wie  Englisch, Deutsch und Mathe seinen Einsatz.  Zum Schreiben wird Pages genutzt und auch ein sh:z-Lesetagebuch haben sich beide Klassen angelegt. „Ich bin überrascht, wie viele unserer Schüler sich auf einmal fürs Zeitungslesen begeistern können“, sagt Britta Westphal.

Facebook & Co. sind  zwar im Schul-W-LAN gesperrt, dennoch sprechen die Lehrkräfte mit ihren Schützlingen über Datenschutz und  Sicherheitslücken. Mediale Früherziehung ist ein wichtiger Baustein im Schulbetrieb geworden.  Jeder Tablet-Besitzer darf sein iPad mit nach Hause und es bei Hausaufgaben zur Hilfe nehmen. Ebenso Spiele können heruntergeladen werden. „Natürlich gibt es da klare Ansagen von uns, Ballerspiele zum Beispiel sind tabu“, so Bonwetsch. Wer gegen die Regeln verstößt, muss sein iPad für eine Weile abgeben. „Aber bisher gehen alle sehr gut damit um“, sind sich die Lehrkräfte einig. „Wir haben den richtigen Weg eingeschlagen.“

Doch auf der Agenda von Stephan Kinder stehen noch einige Punkte mehr, um das iPad im Schulalltag möglichst optimal  zu integrieren. „Im Moment machen wir uns viele Gedanken über die Weiterentwicklung. Wir sind unter anderem auf der Suche nach einer serverbasierten Lösung und wie wir die entsprechenden Systeme in der Schule installieren können.“ Im nächsten Schritt möchte er die Möglichkeit schaffen, dass die Schülerinnen und Schüler ihre Schulbücher auch digital auf das iPad laden können. 

 

 

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erstellt am 21.Apr.2016 | 12:06 Uhr

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