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Deutschland & Welt

10. Dezember 2016 | 17:46 Uhr

Berliner Landgericht : Illegales Autorennen: Mordprozess gegen Raser beginnt

vom

Mit Tempo 160 sollen sich zwei Sportwagenfahrer in der Nähe des Berliner Ku'damms ein Rennen geliefert haben. Ein unbeteiligter Mann kam dabei ums Leben.

Berlin | Sieben Monate nach einer tödlichen Raserei durch Berlin beginnt am Donnerstag der Prozess gegen die beiden Autofahrer. Angeklagt sind die 24 und 27 Jahre alten Männer vor dem Landgericht wegen Mordes. Die Staatsanwaltschaft demonstriert damit Härte - in anderen Fällen von illegalen Autorennen gab es oft Anklagen und Urteile wegen fahrlässiger Tötung.

Der Fall hat die Debatte über härtere Strafen gegen Teilnehmer illegaler Rennen angekurbelt. Bislang wird dies als Ordnungswidrigkeit eingestuft, die mit 400 Euro Buße und einem Monat Fahrverbot geahndet wird. Tödliche Verkehrsunfälle haben für Verursacher in der Regel eine Anklage wegen einer fahrlässig begangenen Tat zur Folge. Oft enden die Verfahren mit Geld- oder Bewährungsstrafen.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sich die Angeklagten zu einem illegalen Rennen verabredet hatten. Als Raser hätten sie Selbstbestätigung gesucht und tödliche Folgen billigend in Kauf genommen. Die Angeklagten - beide bereits mehrfach wegen Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr aufgefallen - wurden einen Monat nach dem Unfall wegen Verdachts auf Totschlag verhaftet.

In der Nacht zum 1. Februar fuhren die beiden Männer in Sportwagen mit mehr als 100 Kilometern pro Stunde den Kurfürstendamm entlang. Nach Zeugenaussagen ignorierten sie mehrere rote Ampeln. Kurz vor dem Luxuskaufhaus KaDeWe rammte der 27-jährige Angeklagte den Geländewagen eines Rentners, der die Kreuzung überqueren wollte. Der Sportwagen soll dabei 160 Kilometer pro Stunde schnell gewesen sein.Das Auto des Opfers wurde 70 Meter weit geschleudert - der 69-jährige Fahrer starb. Der zweite Sportwagenfahrer konnte ausweichen.

Knapp vier Monate nach der Verhaftung verschärften die Ankläger den Vorwurf auf Mord. Die Begründung: Die Männer hätten gemeingefährliche Mittel eingesetzt und aus niedrigen Beweggründen gehandelt, um das illegale Straßenrennen zu gewinnen.

Die Angeklagten, die sich kurz vor dem Unfall in einer Bar kennengelernt haben sollen, hatten gegenüber der Polizei geschwiegen. 51 Zeugen sind in der Anklageschrift aufgelistet. Für den Mordprozess sind bislang elf Tage bis Mitte November vorgesehen.

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erstellt am 08.Sep.2016 | 10:57 Uhr

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