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Deutschland & Welt

11. Dezember 2016 | 01:16 Uhr

Attacken auf Menschen : Grusel-Trend aus den USA: „Killer Clowns“ jagen auch in Europa

vom
Aus der Onlineredaktion

Unbekannte in Clownskostümen versetzen Passanten und Kinder in Angst und Schrecken. Ist das noch Spaß?

Ronald McDonald, Maskottchen der Fastfood-Kette McDonalds in der Figur eines Clowns, darf nicht mehr auftreten. Was komisch klingen mag, ist alles andere als lustig. Der US-Konzern zog damit die Konsequenzen aus den jüngsten Ereignissen, die sich seit Ende August in den USA zugetragen haben: Unheimliche Clowns, die auf öffentlichen Plätzen Erwachsene und Kinder in Angst versetzen. Jetzt schwappt der „Killer Clown“-Hype aus den Vereinigten Staaten auch nach Europa über.

Angefangen hat es im US-Bundesstaat South Carolina. Kinder berichteten, Clowns in bunten Kostümen hätten versucht, sie mit Geldscheinen in einen Wald zu locken. Seitdem tauchen sie plötzlich überall auf: Unbekannte in Clownskostümen, manche mit Masken wie aus einem Horrorfilm und mit Knüppeln oder Macheten bewaffnet, wurden in mehreren Landesteilen der USA und inzwischen auch in Großbritannien gesehen.

Die Polizei in der Region Thames Valley westlich von London berichtete von 14 gemeldeten Vorfällen am vergangenen Wochenende, bei denen Menschen von Maskierten erschreckt oder eingeschüchtert worden seien. Die Polizei laufe deshalb verstärkt Patrouille, um den Menschen angesichts von immer neuen Beobachtungen von unheimlichen Clowns ein Gefühl der Sicherheit zu geben, heißt es in einer Stellungnahme. In diversen britischen Städten trugen sich in den vergangenen Tagen gleich mehrere Clown-Zwischenfälle zu – Menschen, die sich verkleidet hatten, um ihre Nachbarn oder Passanten zu erschrecken, und Betroffene, die dies der Polizei meldeten.

„Wir glauben, dass es Teil einer viel größeren Bewegung ist, die sich gerade in den USA und in Teilen des Vereinigten Königreichs ausbreitet“, sagte Mel Sutherland, Polizeiwachtmeister im englischen Durham. Zeitungen sprechen schon von einer „Clownpocalypse“, Hashtags wie #clownapocalypse#clownsightings und #killerclowns heizen den Kult weiter an. Auch deutschsprachige Twitter-User haben in den vergangenen Tagen bereits Bilder und YouTube-Videos von unheimlichen Clowns veröffentlicht. Konkrete Vorfälle gab es aber nicht.

Nicht nur harmlose Fälle

In manchen Fällen ist die Clown-Panik wohl nur das Ergebnis von gelangweilten Teenagern, deren Streiche im Zeitalter von sozialen Netzwerken, Schulmassakern und Terroranschlägen entgleisen. Doch nicht alle Vorfälle erweisen sich als harmlos – vor allem dann, wenn die vermeintlichen Spaßvögel Messer oder Schlagstöcke bei sich führen. So wie bei einem Vorfall im englischen Plymouth vom vergangenen Wochenende, als ein mit roter Perücke und Pluderhose verkleideter Mann einen Passanten mit einem Hammer bedrohte.

Der wohl dramatischste Zwischenfall ereignete sich im Nordosten Englands. In Durham verkündete die Polizei am vergangenen Freitag offiziell, einen „Killer Clown“ zu jagen. Gemeldet hatten ihn vier Kinder zwischen elf und zwölf Jahren, denen ein Mann in Trainingshose, buntem Oberteil, bemaltem Gesicht und einem Messer in der Hand um 8.40 Uhr morgens durch mehrere Straßen bis zu ihrer Schule gefolgt sei.

Die britische Polizei jedenfalls betrachtet die Attacken nicht als Streich, sondern nimmt die Clowns sehr ernst. Täter müssten mit Festnahmen und einem Eintrag im Vorstrafenregister rechnen, warnte Andy Boyd, Hauptkommissar in Thames Valley. Der Polizeipräsident von Durham, Dale Checksfield, stellte auf Twitter klar: „Killer-Clowns sind nicht cool und witzig.“ In den USA gab es bisher rund ein Dutzend Festnahmen, etwa weil die Clowns lizenzpflichtige Waffen trugen.

 

Das Phänomen der „Killer-Clowns“ ist dabei nicht neu. Bereits 2014 gelangte der gefährliche Trend von Frankreich bis nach Schleswig-Holstein: In Flensburg hatten maskierte Clowns Passanten mit einer Kettensäge erschreckt.

(mit dpa)

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erstellt am 12.Okt.2016 | 20:52 Uhr

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