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Deutschland & Welt

07. Dezember 2016 | 23:21 Uhr

Analyse über Wachstum der Menschheit : Größte Menschen der Welt leben an Nord- und Ostsee

vom
Aus der Onlineredaktion

Menschen waren vor 100 Jahren erheblich kürzer, zeigt eine Studie. Vor allem Iraner und Südkoreanerinnen sind in die Höhe geschossen.

London | Die längsten Menschen der Welt leben im Baltikum und in den BeNeLux-Staaten. Das hat eine Studie von knapp 800 Wissenschaftlern unter Leitung des Imperial College in London ergeben. Demnach hat Lettland bei den Frauen deutlich die Nase oben. Die durchschnittliche Lettin misst mit knapp 1,70 Meter fast einen Zentimeter mehr als die zweitplatzierte niederländische Durchschnittsfrau. Bei den Männern genießen die Niederländer die reinste Höhenluft. Laut der erhobenen Analyse war der durchschnittliche 18-jährige Niederländer im Jahr 2014 etwa 182,5 Zentimeter groß.

In vielen Teilen der Welt haben die Menschen in den letzten 100 Jahren weiter an Körpergröße zugelegt. Die Londoner Studie ist nicht nur für Biologen, Mediziner und Anthropologen interessant. Sie skizziert auch grob die soziale Entwicklung.

Auch Dänemark durchbrach die 1,81 Meter Marke bei den Herren – neben Belgien, Estland und Lettland. Die Däninnen landeten auf Platz 7 mit 1,67 Metern. Deutschland belegt im Ranking der Männer Rang 11 mit 1,80 Metern, bei den Frauen Rang 14 (1,66 Meter). Die kleinsten Männer lebten 2014 in Ost-Timor (1,60 Meter), die kleinsten Frauen in Guatemala (1,49 Meter). Die Studie zeigt auf, dass in einigen afrikanischen Ländern der Subsahara wie Niger, Ruanda, Sierra Leone, and Uganda, das Mittel die Bevölkerung um durchschnittlich fünf Zentimeter geschrumpft ist. Auch die Ägypter werden seit einigen Jahrzehnten wieder kleiner.

Heraus kam dabei auch, dass die Menschen in vielen Ländern in den vergangenen 100 Jahren erheblich größer geworden sind. Am deutlichsten war dies bei Männern im Iran der Fall und bei Frauen in Südkorea. Während der Iraner heute im Schnitt 20,2 Zentimeter größer ist als noch vor 100 Jahren, sind die Südkoreanerinnen um 16,5 Zentimeter gewachsen. Britische Männer und Frauen haben in dieser Zeit nur etwa elf Zentimeter zugelegt, US-Amerikaner sogar nur sechs Zentimeter bei Männern, beziehungsweise fünf Zentimeter bei Frauen. Noch vor 100 Jahren belegten US-Männer den dritten und US-Frauen den vierten Rang der Statistik, schreiben die Forscher. In den letzten 30 Jahren stagnierte das Wachstum der US-Bevölkerung sogar, ebenso in Großbritannien, Finnland und Japan. Dieses Abebben sei in einigen wohlhabenden Ländern zu beobachten. Nach Sprüngen stagniere das Größenwachstum irgendwann. Der gestiegene Anteil der Hispanics in den USA in den letzten Jahrzehnten ist möglicherweise auch ein Grund, wird aber nicht erwähnt.

Das internationale Forscherteam um Majid Ezzati untersuchte Daten über die Körpergröße von Menschen in 200 Ländern, die zwischen 1896 und 1996 geboren wurden. Die Forscher erhoffen sich durch die Erkenntnisse Rückschlüsse auf Gesundheitszustand und -Versorgung in den untersuchten Ländern, denn Körpergrößen hätten nicht nur genetische Gründe. Wer in Kindheit und Jugend beispielsweise unterernährt oder oft krank sei, werde normalerweise eine geringere Körpergröße haben, so der Bericht. „Diese Studie gibt uns ein Bild von der Gesundheit ganzer Völker in den vergangenen hundert Jahren“, sagte Majid Ezzati. Wer größer ist, lebt im Durchschnitt länger und ist weniger anfällig für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Warum die Niederländer, die früher zu den kleinsten Europäern gehörten, nun die größten sind, darüber wird seit Jahren spekuliert. Erkennbar gibt es in den Jahren zwischen 1935 und 1967 eine verstärkte Vermehrung unter Großgewachsenen. Als mögliches Indiz für eine spätere Erklärung der Frage sehen Forscher auch, dass Niederländer – anders als zum Beispiel Amerikaner – später heiraten und demnach auch später Kinder bekommen. Möglicherweise beeinflusst dies die Körpergröße des Kindes. Aber das sind bisher nur Spekulationen.

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erstellt am 27.Jul.2016 | 15:35 Uhr

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