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Deutschland & Welt

11. Dezember 2016 | 05:15 Uhr

Dackel-Drama : Findelhündin Bonny: Was tun, wenn man ein herrenloses Tier findet?

vom

Zwei Familien stritten um Dackeldame Bonny - jetzt kommt sie zu ihren neuen alten Besitzern. Was man daraus lernen kann.

Potsdam | Vor vier Jahren haben Touristen aus Bayern die Dackeldame Bonny in Brandenburg gefunden und mit nach Hause genommen. Zwei Jahre später erfahren die Besitzer, dass Bonny noch lebt. Sie wollen die Hündin zurück, aber die Finder wollen sie behalten. Seitdem streiten die Familien vor Gericht - bis heute. Das Urteil des Landgerichts Potsdams: Das Paar aus München muss den Hund zurückgeben.

Vor vier Jahren ist Dackeldame Bonny entlaufen

Das ist passiert: Im April 2012 ist Kurzhaardackelhündin Bonny in Brandenburg verschwunden. Durch eine offene Tür eines Transporter ist sie ihrem Herrchen Manfred Kühl, einem Förster aus Potsdam, entwischt. Die Familie konnte ihre damals neun Monate alte Hündin nach langem Suchen nicht wiederfinden.

Eine eigentlich aussichtslose Suche, denn ein Paar aus Bayern hatte die Dackeldame an einer Autobahnauffahrt westlich von Berlin gefunden und mit nach Hause genommen. Aus „Bonny“ wurde die bayerische „Lulu“. Zwei Jahre dauerte es, dann ergab sich die erste Spur von Bonny: Offenbar hatte das Münchner Paar bei einem Züchter neue Papiere für den Vierbeiner beantragt. Dieser stellte fest, dass das Tier gechipt ist und informierte die Familie in Potsdam. Seitdem weigerte sich das bayerische Ehepaar, Bonny herauszurücken.

Schon in erster Instanz bekamen die ursprünglichen Besitzer aus Brandenburg Recht: Der Hund sei ihr Eigentum. Den Findern wurde eine Aufwandsentschädigung für alle Kosten, die seitdem entstanden sind, zugesprochen. Dazu zählen die Ausgaben für Futter oder Tierarztbehandlungen. Trotzdem konnte das bayerische Ehepaar die Entscheidung des Gerichts nicht akzeptieren und hat Revision eingelegt.

Die Münchner beteuerten in einer Mitteilung, sie hätten schon vorher auf verschiedensten Wegen nach den Ur-Besitzern gesucht - ohne Ergebnis. Der Ausreißer hatte weder Halsband noch Marke gehabt.

Im Gegenzug sollen die „Pflegeeltern“ 3271,16 Euro für Futter, Tierarzt und andere Ausgaben erstattet bekommen. Wenn sie dieses Geld erhalten haben, müssen sie das Tier herausgeben. „Sonst kommt ein Gerichtsvollzieher und holt den Hund ab“, erläuterte eine Gerichtssprecherin. Das Urteil ist unanfechtbar.

Herrenlose Tiere: Finder müssen sich an gesetzliche Vorgaben halten

Am Streit um Dackeldame Bonny sieht man die fatalen Folgen, wenn man ein entlaufenes Tier einfach mit nach Hause nimmt. Gerade in der Ferienzeit werden viele Tiere einfach ausgesetzt. shz.de erklärt, was man tun muss, wenn man ein herrenlosen Vierbeiner findet.

Welche gesetzlichen Pflichten hat man?

Der Finder ist immer dazu verpflichtet, das herrenlose Tier bei der zuständigen Fundbehörde, in der Regel der Gemeinde, anzuzeigen. Wer einen Vierbeiner findet, sollte ihn dann am besten zum örtlichen Tierheim bringen.

Dieses kann im Notfall den Tierarzt informieren und versuchen den Halter zu ermitteln. Laut Deutschem Tierschutzbund können so über die Hälfte der Besitzer ermittelt werden.

Im Notfall kann man auch die Polizei verständigen. Die Beamten können das Tier dann ins Tierheim bringen.

Was kann man tun, wenn man ein herrenloses Tier findet?

Der Finder sollte laut Deutschem Tierschutzbund erst einmal prüfen, ob der Besitzer möglicherweise in der Nähe sein könnte. Man kann zum Beispiel in der Nachbarschaft fragen, ob jemand den Vierbeiner kennt oder vermisst.

Außerdem kann man online prüfen, ob das Tier gekennzeichnet ist. Viele Katzen und Hunde sind gechipt oder haben Tätowierungen im Ohr oder an der Innenseite der Schenkel.

Tierärzte können den Code vom Mikrochip mit einem speziellen Lesegerät ablesen. Daraufhin kann man überprüfen, ob der Hund beispielsweise im Deutschen Haustierregister eingetragen wurde. 

Was muss man tun, wenn das Tier verletzt ist?

Wenn man vermutet, dass der Verbeiner verletzt ist, sollte man am besten sofort zu einem Tierarzt gehen. Dieser kann alle notwendigen Untersuchungen und Behandlungen vornehmen.

Außerdem kann er gleichzeitig überprüfen, ob das Tier gechipt ist.

Die Behandlungskosten muss grundsätzlich der Eigentümer des Vierbeines bezahlen. Wenn der Besitzer nicht ermittelt werden kann, ist die zuständige Gemeinde für die Erstattung verantwortlich.

 

Mit dpa

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erstellt am 10.Aug.2016 | 11:46 Uhr

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