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Fernsehen

25. Juli 2016 | 04:20 Uhr

Früherer Moderator von „Löwenzahn“ : „Welterklärer mit der Latzhose“: Peter Lustig ist tot

vom
Aus der Onlineredaktion

Der Mann mit der Latzhose – eine Kultfigur des deutschen Kinderfernsehens – ist in der Nähe von Husum gestorben.

Husum/Berlin | Peter Lustig, bekannt geworden durch seine Rolle als pfiffig-neugieriger Aussteiger im Kinderprogramm „Löwenzahn“, ist tot. Über 25 Jahre war der Moderator mit der blauen Latzhose eine Institution im deutschen Kinderfernsehen und lehrte den Kindern die Vorzüge der Neugier. Der gebürtige Breslauer starb laut Mitteilung des ZDF im Alter von 78 Jahren im Kreise der Familie in der Nähe von Husum. Der Sender würdigte Lustig als „Welterklärer mit der Latzhose“, mit dem Millionen von Zuschauern erwachsen geworden seien.

„Tüfteln, Forschen, Entdecken - das war die Welt von Peter Lustig“, erklärte Programmdirektor Norbert Himmler. „Peter Lustig erzählte den Kindern allwöchentlich spannende Geschichten, erklärte interessante Experimente und kam zu außergewöhnlichen Erkenntnissen - ohne sich je bei den Kindern anzubiedern. Wir werden den Mann, der Kinder und Erwachsene immer wieder zu überraschenden Erkenntnissen geführt hat, in lebendiger Erinnerung behalten.“

Nach einem Studium der Elektrotechnik hatte er beim US-amerikanischen Radiosender AFN als Toningenieur begonnen, bevor er vom deutschen Fernsehen engagiert wurde. Bei der legendären „Ich bin ein Berliner“-Rede des damaligen US-Präsidenten John F. Kennedy im Jahr 1963 war er als Tontechniker für die Aufnahme der Botschaft verantwortlich.

Mit Latzhose und Nickelbrille, im blauen Bauwagen im imaginären Bärstadt lebend, erklärte Lustig Generationen von Kindern die Welt und beantwortete Fragen aus Natur, Technik und Umwelt. Doch er war nicht nur „Löwenzahn“-Protagonist, sondern von Anfang an auch Autor und Texter der Sendung. Lustig besuchte Fabriken und Forschungseinrichtungen, Bergwerke und Gewächshäuser und machte schwierige Zusammenhänge durch kluge Fragen für jedermann verständlich. Neben „Löwenzahn“ erforschte Peter Lustig im ZDF auch in der Sendereihe „mittendrin“ (1993-1997) die Umwelt, erklärte und synchronisierte in der Reihe „Raumschiff Erde“ (1998) das Weltall und lieh einem Naturforscher in „Mammutland“ (2004) seine Stimme. Der Grimme-Preisträger (1980 und 1982) schrieb außerdem Kinderbücher und Fachbücher.

Nach seinem Abschied vom Bildschirm nach 25 Jahren „Löwenzahn“ 2005 wurde Peter Lustig im Jahr 2007 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Mehr als zehn Jahre hatte Lustig mit seiner Frau in Bohmstedt auf dem Fresenhof, der einst Knut Kiesewetter gehörte, gewohnt. 2014 siedelten sie nach Berlin über, um sich mehr Kontakt zu den neun dort lebenden Enkelkindern zu ermöglichen.

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erstellt am 24.Feb.2016 | 15:52 Uhr

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