zur Navigation springen

Fernsehen

05. Dezember 2016 | 13:43 Uhr

Alternatives Ende in der ARD-Mediathek : „Terror - Ihr Urteil“: Kritik am Voting und an Florian David Fitz

vom
Aus der Onlineredaktion

Darf eine Sendung die Zuschauer abstimmen lassen? Die Stimmen gehen auseinander. Und auch für das Voting gab es Kritik.

München | Ein Terrorist kapert eine mit 164 Menschen besetzte Maschine der Lufthansa und zwingt die Piloten, Kurs auf München zu nehmen. Sie sollen den Ferienflieger in ein mit 70.000 Menschen gefülltes Stadion stürzen lassen. Doch gegen den ausdrücklichen Befehl seiner Vorgesetzten schießt ein Kampfpilot der deutschen Luftwaffe das Flugzeug ab, niemand überlebt. Durfte er 164 unschuldige Menschen töten, um 70.000 unschuldige Menschen zu retten? Fast 87 Prozent der ARD-Zuschauer am Sonntagabend stimmten mit „Ja“ und plädierten auf Freispruch.

Ein eindeutiges Urteil - bei einer schwierigen Entscheidung. Haben es sich die Zuschauer zu leicht gemacht? Im Internet wurde diese Kritik laut, das seien „Urteile auf Stammtischniveau“. Andere schreiben, die Menschenwürde dürfe „nicht zur Abstimmung stehen“.

Und auch die Besetzung mit Florian David Fitz als Piloten wird kritisiert - viele sagen, er komme einfach zu sympathisch rüber und dadurch am Ende zu positiv weg. Mag sein, dass eine andere Besetzung ein weniger eindeutiges Urteil herbeigeführt hätte.

 

Aber wie hätte die Urteilsbegründung im Falle einer Verurteilung überhaupt gelautet? Das alternative Ende des Films können sich die Zuschauer in der ARD-Mediathek ansehen. Er habe keine Angehörigen oder sich selbst geschützt - in diesem Fall hätte die Rechtsprechung sich auf das Gesetz beziehen können.

Auch „Terror“-Autor Ferdinand von Schirach will den Kampfpilot nicht uneingeschränkt als Helden bezeichnen. Der Soldat habe mit seiner Entscheidung zwar viele Leben gerettet, es gebe „aber nur den tragischen, den schuldigen Helden, nie den glücklichen“, sagte von Schirach in einem Interview der „Bild“-Zeitung vom Dienstag. „In unserem Fall hieße das: Abschuss und anschließend lebenslänglich ins Gefängnis.“

Viele Stimmen verpasst: Kritik am Voting

Kritik gab es aber nicht nur inhaltlich - auch über das Voting gab es viele Beschwerden. Viele hätten online gar nicht abstimmen können, weil die Server der ARD überlastet waren, andere Zuschauer beschwerten sich auch über Probleme beim Telefonvoting. Wie viele Stimmen der ARD durch die Panne abhanden kamen, ist nicht bekannt.

 

Quotentechnisch war der Fernsehabend für die ARD allerdings ein Erfolg: Wie das Medienmagazin Meedia berichtet, gewann der Film mit 6,88 Miillionen Zuschauern und 20,2 Prozent den Tag. „Hart aber fair“ erreichte im Anschluss noch fast genau so viele Menschen: 6,31 Millionen entsprachen 22,5 Prozent.

zur Startseite

von
erstellt am 18.Okt.2016 | 10:52 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen