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Fernsehen

11. Dezember 2016 | 05:19 Uhr

Mittwochabend im ZDF : Noch keine heiße Spur: RAF-Terroristen erneut bei „Aktenzeichen XY“

vom
Aus der Onlineredaktion

Ernst-Volker Staub, Burkhard Garweg und Daniela Klette werden noch immer gesucht - am Mittwoch wieder übers Fernsehen.

Hannover | Bei der Fahndung nach drei ehemaligen RAF-Terroristen setzt die Polizei für den möglicherweise entscheidenden Tipp erneut auf die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“. Die Ermittler erhofften sich von der Sendung (Mittwoch/20.15 Uhr) diverse Hinweise und neue, erfolgversprechende Erkenntnisse, teilte das Landeskriminalamt (LKA) am Dienstag in Hannover mit. Die Ex-RAF-Mitglieder Ernst-Volker Staub, Burkhard Garweg und Daniela Klette sollen in Norddeutschland mehrere Raubüberfälle begangen haben. Trotz zahlreicher Hinweise fehlt auch nach knapp neun Monaten öffentlicher Fahndung eine heiße Spur des Trios.

In den 70er und 80ern war die Rote Armee Fraktion (RAF) in Deutschland der Inbegriff von Terror und Mord. Doch das dunkle Kapitel  ist noch nicht vorbei. 1998 erklärte sich die RAF zwar selbst für aufgelöst. Doch einigen Mitgliedern gelang es, unerkannt abzutauchen.

Als letzte Tat wird ihnen der Überfall auf einen Geldtransport und ein Möbelhaus am 25. Juni in Cremlingen bei Braunschweig zugeschrieben. Dabei sollen sie etliche Hunderttausend Euro erbeutet haben. Dieser Fall soll in der Fahndungssendung besonders hervorgehoben werden. Weil in dem sichergestellten Tatfahrzeug der Fetzen einer niederländischen Zeitung gefunden wurde, nahm die Polizei in dem Nachbarland die Fahndung nach dem Trio auf.

Im Januar war das Trio bereits in der Sendung zu sehen.

Was ist über die RAF-Terroristen neben den Überfällen noch bekannt?

Die undatierten Handouts des Bundeskriminalamtes (BKA) zeigen Fahndungsfotos (oben) und Alterssimulationen (unten) von Burkhard Garweg (l.-r.), Ernst-Volker Wilhelm Staub und Daniela Klette.

Die undatierten Handouts des Bundeskriminalamtes (BKA) zeigen Fahndungsfotos (oben) und Alterssimulationen (unten) von Burkhard Garweg (l.-r.), Ernst-Volker Wilhelm Staub und Daniela Klette.

Foto: BKA

Staub, Klette und Garweg sind die letzten bekannten, noch immer untergetauchten Mitglieder der 3. Generation der RAF. Für ihre Ergreifung wurden 20.000 Euro Belohnung ausgesetzt.

Ihren letzten Terroranschlag sollen sie 1993 verübt haben. Sie sollen es gewesen sein, die mit 200 Kilogramm Sprengstoff den Neubau eines Gefängnisses im hessischen Weiterstadt komplett zerstörten. Die Fahndung blieb erfolglos. Seit 2000 gibt es einen Haftbefehl gegen die drei. Aber niemand weiß, wo sie stecken.

Das mag damit zu tun haben, dass die RAF im Laufe ihrer Geschichte Methoden entwickelte, das Leben im Untergrund penibel zu organisieren. Staub, Garweg und Klette stießen zu den Terroristen, als die schon viele Jahre Erfahrung in konspirativer Lebensführung gesammelt hatten. Es habe „für beinahe alles“ Listen gegeben, so auch für die Einrichtung konspirativer Fluchtwohnungen, offenbarte der frühere RAF-Terrorist Peter-Jürgen Boock in einem Film des Zeitzeugen-Projekts „Gedächtnis der Nation“.

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erstellt am 04.Okt.2016 | 15:52 Uhr

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