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Fernsehen

09. Dezember 2016 | 10:54 Uhr

Fernseh-Programm : Neue TV-Sender N24 Doku und Kabel eins Doku - und was Robert Redford damit zu tun hat

vom
Aus der Onlineredaktion

Zu sehen sind die Sender im Free TV. Die Chancen stehen gut, dass sie sich halten können.

Berlin | Es beginnt mit Robert Redfords Reihe „Der wilde Westen - Die wahre Geschichte“, Start ist am kommenden Donnerstag um 20.15 Uhr: Dann geht der neue Sender Kabel eins Doku an den Start - am selben Tag, an dem Redford seinen 80. Geburtstag feiert. Der Kabel-eins-Sender ist nicht der einzige neue Doku-Kanal: Bereits seit Samstag sendet der N24-Ableger N24 Doku.

Dokumentationen sind beliebt - darauf reagieren die neuen Sender. Zielgruppe sind vor allem Ältere, weil sie noch die treuesten Fernseh-Zuschauer sind.  

Für die Senderfamilie ProSiebenSat.1 ist Kabel eins Doku bereits Programm Nummer sieben. Nach eigenen Angaben handelt es sich um den „ersten reinen Dokukanal im Free TV“, der ein Zielpublikum der nicht mehr ganz taufrischen Männer zwischen 40 und 64 Jahren im Auge hat.

Laut Senderchef Thorsten Pütsch sind jetzt bereits einige Werbeplätze gebucht - in der Branche nicht ohne weiteres üblich. Über sein Budget und Marktanteilserwartungen macht er keine Angaben. Das erlaubt die enge Einbindung in die Senderfamilie nicht.

Doch das Unternehmen investiert. 630 Stunden reine Dokumentationen hat Kabel eins Doku von rund internationalen 20 Anbietern zwischen den USA und Australien erworben. Für eine Stunde Dokumentations-TV seien durchschnittlich 7000 bis 10.000 Euro fällig, sagt Pütsch.

Einen deutlichen Preisanstieg aufgrund gewachsener Nachfrage am Dokumentationsmarkt sei nicht zu spüren. 20 Stellen seien geschaffen worden, 30 Mitarbeiter habe der Sender insgesamt, einige kümmerten sich im Konzern auch noch um andere Programme.

Eigenproduktionen sind derzeit noch nicht geplant. Das ehrgeizigste Projekt zum Senderstart ist das „Doku Magazin“ mit Annika de Buhr (44) als Moderatorin, fünf Mal die Woche ist die Sendung um 22.40 Uhr geplant - sie wird produziert von Spiegel TV in Hamburg und soll sich inhaltlich auch an aktuellen Lagen orientieren, etwa der US-Wahl, auch wenn der Sender sonst keine aktuellen Produktionen wie Nachrichten bringt.

Die Chancen sind trotz starker Präsenz von Dokumentationsangeboten gar nicht so schlecht. Denn die großen TV-Konzerne haben ihre in den vergangenen Jahren nach und nach entstandenen Spartenprogramme auch dank intensiver Werbevermarktung innerhalb der Sendergruppen bisher gut am Markt halten können. RTL hat Nitro platziert und sogar mit Fußballrechten ausgestattet, auch der Auftakt von RTLplus verlief verheißungsvoll, und bei ProSiebenSat.1 scheint niemand an Kanälen wie Sat.1 Gold, ProSieben Maxx oder Sixx zu zweifeln.

Allerdings: Der deutsche Fernsehmarkt ist nicht gerade unterentwickelt, was Themen wie Dokumentation und Reportage anbelangt: Neben dem Sender N24 Doku, der zum großen Teil das Programm von N24 im Timeshift-Verfahren eine Stunde zeitversetzt zeigt, aber zusätzlich noch weitere Dokus bringt, schicken Anbieter wie Arte, Phoenix, 3sat, ZDFinfo, Tagesschau 24 oder auch DMax ständig Material ins Rennen. Zu diesem Bild passt auch Thorsten Pütschs gegenwärtige Gefühlswelt. „Ich fühle mich wie ein Rennpferd vorm Start in der Box.“

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erstellt am 19.Sep.2016 | 10:45 Uhr

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