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Deutschland & Welt

23. März 2017 | 17:37 Uhr

"Gorch Fock" : Eltern toter Kadettin klagen in Karlsruhe

vom

Der Tod der "Gorch Fock"-Kadettin Jenny Böken wird ein Fall für das Bundesverfassungsgericht. Die Eltern haben dort Beschwerde eingereicht.

Aachen | 2008 war die damals 18-Jährige über Bord gegangen und in der Nordsee ertrunken. Ihre Eltern wollen nun mit ihrer Beschwerde Ermittlungen gegen die Führung des Marine-Schulschiffes erzwingen. Ihr Anwalt Rainer Dietz sagte am Freitag, die Beschwerdeschrift sei in Karlsruhe bereits eingereicht worden. Die Eltern wollten erreichen, dass gegen den früheren Kapitän und den Arzt der "Gorch Fock" wegen Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt werde.
Die Offiziersanwärterin Jenny Böken war während einer Nachtwache 15 Kilometer vor Norderney in die Nordsee gestürzt. Die Staatsanwaltschaft sprach von einem tragischen Unglück, konnte die Ursache aber nicht abschließend klären. In einem anderen Fall war 2010 eine Kadettin aus der Takelage zu Tode gestürzt.
Ohne Schwimmweste und ungesichert
Böken sei laut Musterungsakten für den Dienst an Deck untauglich gewesen, trotzdem habe der Arzt sie dort Dienst tun lassen, sagte Dietz. "Durch diese Pflichtwidrigkeit hat er das Risiko extrem gesteigert." Dem Kapitän werfen die Eltern vor, dass die junge Frau bei Windstärke sieben und 15 Grad Wassertemperatur keine Schwimmweste getragen hatte und ungesichert war.
Die Eltern hatten zuvor die Anklage vor dem Oberlandesgericht erzwingen wollen, waren aber gescheitert. Damit werde der im Grundgesetz verankerte effektive Rechtsschutz verletzt, begründete Dietz die Beschwerde. Daneben komme der Staat seiner Verpflichtung nicht nach, den Tod umfassend und unvoreingenommen zu untersuchen.

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erstellt am 14.Jul.2012 | 09:39 Uhr

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