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Deutschland & Welt

07. Dezember 2016 | 19:18 Uhr

Hamburger Goldhändler : Edler Handel mit edlem Metall: Ein Fairtrade-Siegel für Gold

vom
Aus der Onlineredaktion

Nicht nur bei Kaffee und Bananen: Auch im Goldhandel gibt es nun das Fairtrade-Siegel. Es soll für mehr soziale Gerechtigkeit und Umweltschutz sorgen und hat natürlich seinen Preis.

Hamburg | Thomas Becker war bundesweit der erste Goldschmied, der sich im vergangenen Jahr von Fairtrade Deutschland hat zertifizieren lassen. Er betreibt sein Geschäft im Hamburger Grindelhof unweit der Universität und wirbt auch auf Vorträgen für sozial- und unweltverträgliche Bedingungen in der Schmuckbranche.

Die Kriege im Kongo um Rohstoffe, die miserablen Arbeitsbedingungen der Minenarbeiter, die brutalen Händlerringe, die in Afrika kleine Goldgräber erpressen und ausbeuten. All das wollte der Handwerker nicht länger unterstützen. „Ich wollte etwas verändern“, sagte er und hat das konventionelle Gold komplett aus seinem Laden verbannt. Etwa zwei Drittel seiner Goldes bezieht der 53-jährige fortan aus angekauftem Altgold seiner Kunden. „Für das muss kein neues Gold gefördert und die Umwelt nicht zusätzlich belastet werden.“ Ein Viertel des Edelmetalls aber kauft er über die geprüfte Vertriebskette der Fairtrade-Organisation aus Peru.

Dort hat die weltweit agierende Fairtrade-Organisation bereits erste Goldproduzenten überprüft und zertifiziert. Kinderarbeit ist in den fairen Minen tabu, Schutzbekleidung und Gesundheitsvorsorge vorgeschrieben. Für das fair geförderte Gold erhalten die Anbieter mindestens 95 Prozent des jeweiligen Börsenpreises, was wesentlich über dem üblichem Niveau liegt. Hinzu kommt ein Sozialaufschlag in Höhe von 2.000 Dollar pro Kilogramm, mit dem Schulen und Gesundheitszentren vor Ort finanziert werden. Der Einsatz von gefährlichen Chemikalien muss beim Abbau deutlich reduziert werden.

In Beckers Goldschmiede kommen vor allem „Kunden mit einem Wertebewusstsein“, sagt der Fairtrade-Pionier. Dafür seien sie bereit, rund 25 Prozent mehr auf den reinen Rohstoff zu zahlen als für das herkömmlich geförderte Gold. Am saubersten aber findet der Hamburger das Gold aus der eigenen Heimat. Auch im Wasser der Elbe findet sich der Schatz, ebenso im Rhein, Main oder in der Eder bis zum Stausee. „Im vergangenen Jahr habe ich das gesamte aus der Elbe geschürfte aufgekauft“, berichtet er. „Das waren 200 Gramm. Dafür habe ich sogar den doppelten Börsenpreis bezahlt“, berichtet er. Schließlich schonten die kleinen Hobbyschürfer die Natur am meisten. Rund 20 bis 25 Prozent seines Umsatz bestreitet er aus europäischem Waschgold, das sozial verträglich und ökologisch unbedenklich gewonnen werde.

In Hamburg sind bereits fünf weitere Goldschmiede dem Vorbild Beckers gefolgt und haben sich zu einer „fairen“ Vereinigung zusammengeschlossen. Unter fairmade-hamburg.de werben sie um Goldkunden mit sozialem sowie ökologischem Gewissen. Gegenüber der Schweiz und Luxemburg, bedauert Becker, sei Deutschland in diesem Feld noch arg Rückständig. Bei den Eidgenossen verkauften sogar etablierte Banken das fair gehandelte Metall. In Luxemburg seien sogar schon Fairtrade-Goldmünzen geprägt worden. Fairtrade-Sprecherin Claudia Brück in Köln berichtet indes, dass ihre Organisation bereits mit deutschen Banken verhandele. Bislang biete einzig die Bayern LB das seltene Produkt an. Der Anteil des fairen Goldes am gesamten deutschen Goldmarkt liege aber noch weit unter einem Prozent. „Wir stehen noch ganz am Anfang.“

In Beckers Goldschmiede kommen vor allem „Kunden mit einem Wertebewusstsein“, sagt der Fairtrade-Pionier. Dafür seien sie bereit, rund 25 Prozent mehr auf den reinen Rohstoff zu zahlen als für das herkömmlich geförderte Gold. Am saubersten aber findet der Hamburger das Gold aus der eigenen Heimat. Auch im Wasser der Elbe findet sich der Schatz, ebenso im Rhein, Main oder in der Eder bis zum Stausee. „Im vergangenen Jahr habe ich das gesamte aus der Elbe geschürfte aufgekauft“, berichtet er. „Das waren 200 Gramm. Dafür habe ich sogar den doppelten Börsenpreis bezahlt“, berichtet er. Schließlich schonten die kleinen Hobbyschürfer die Natur am meisten. Rund 20 bis 25 Prozent seines Umsatz bestreitet er aus europäischem Waschgold, das sozial verträglich und ökologisch unbedenklich gewonnen werde.

In Hamburg sind bereits fünf weitere Goldschmiede dem Vorbild Beckers gefolgt und haben sich zu einer „fairen“ Vereinigung zusammengeschlossen. Unter fairmade-hamburg.de werben sie um Goldkunden mit sozialem sowie ökologischem Gewissen. Gegenüber der Schweiz und Luxemburg, bedauert Becker, sei Deutschland in diesem Feld noch arg Rückständig. Bei den Eidgenossen verkauften sogar etablierte Banken das fair gehandelte Metall. In Luxemburg seien sogar schon Fairtrade-Goldmünzen geprägt worden. Fairtrade-Sprecherin Claudia Brück in Köln berichtet indes, dass ihre Organisation bereits mit deutschen Banken verhandele. Bislang biete einzig die Bayern LB das seltene Produkt an. Der Anteil des fairen Goldes am gesamten deutschen Goldmarkt liege aber noch weit unter einem Prozent. „Wir stehen noch ganz am Anfang.“

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erstellt am 13.Nov.2016 | 11:30 Uhr

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