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Deutschland & Welt

05. Dezember 2016 | 15:42 Uhr

Erdbeben : Deutsche Schülerin unter Toten nach Erdbeben in Ecuador

vom

Beim schweren Erdbeben in Ecuador ist auch eine Deutsche ums Leben gekommen. «Wir müssen leider bestätigen, dass unter den Toten auch eine deutsche Staatsangehörige ist», teilte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag in Berlin mit.

Der Bürgermeister von Manta, Jorge Zambrano, erklärte laut Zeitung «El Telégrafo», dass es sich um eine 16-jährige Austauschschülerin handelte, die seit Monaten bei einer Familie in der Hafenstadt lebte. Die Schülerin stammte aus Augsburg.

Nach Informationen des ecuadorianischen Fernsehsenders Teleamazonas kamen auch die fünf Mitglieder der Gastfamilie um, als das Einkaufszentrum einstürzte, in dem sie Schreibwaren einkauften. Nach Mitteilung der Staatsanwaltschaft Ecuadors gibt es 13 Ausländer unter den bislang mindestens 577 Todesopfern des Bebens.

Das Beben der Stärke 7,8 hatte am Samstagabend vor allem einen rund 100 Kilometer breiten Küstenstreifen westlich der Hauptstadt Quito getroffen. Tausende wurden verletzt. Mehr als 25 000 Menschen kamen in Notunterkünfte. Nach mehr als 150 Vermissten werde gesucht.

Präsident Rafael Correa kündigte am Mittwochabend (Ortszeit) im Staatsfernsehen neue Steuern an, um den Wiederaufbau der Gebiete zu finanzieren. Dieser werde Milliarden US-Dollar kosten und Jahre dauern. Correas Angaben zufolge wird die Mehrwertsteuer für ein Jahr um zwei Prozentpunkte erhöht und eine einmalige Energieabgabe erhoben. Zudem müssen Ecuadorianer mit einem Vermögen von mehr als einer Million US-Dollar einmalig 0,9 Prozent davon zahlen und Bürger mit einem Einkommen von mehr als 1000 Dollar je nach dessen Höhe bis zu fünf Monate lang je ein Tagesgehalt abführen.

Correa bedankte sich auch für die Solidarität im In- und Ausland. Innerhalb von 72 Stunden sei es gelungen, alle betroffenen Gebiete zu erreichen und mit dem Nötigsten zu versorgen. Rettungskräfte - darunter mehr als 1000 aus dem Ausland - hätten mehr als 50 Überlebende aus den Trümmern geborgen. Auch Helfer aus Deutschland sind im Einsatz, etwa vom Bündnis «Aktion Deutschland Hilft».

Das Geophysische Institut Ecuadors registrierte am Mittwoch in kurzer Folge zwei Nachbeben der Stärke 6,1 und 6,3 vor der Küste des Andenlandes. Es wurden jedoch keine weiteren Schäden gemeldet. Insgesamt erschütterten nach Angaben des Instituts bereits mehr als 620 Nachbeben die Provinzen Manabí und Esmeraldas.

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erstellt am 21.Apr.2016 | 22:40 Uhr

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