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Deutschland & Welt

02. Dezember 2016 | 23:19 Uhr

Schatzsucher in Dänemark : Dänische Museen überfordert: Hobby-Archäologen finden zu viele Schätze

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In Dänemark ist nach den spektakulären Funden der letzten Monate die Archäologie offenbar zum Trendhobby geworden.

Dänische Amateurarchäologen finden so viele Schätze, dass das Nationalmuseum mit der Begutachtung nicht mehr hinterher kommt. Das schreibt „Jyllands Posten“ am Dienstag. In letzter Zeit wird eine so große Zahl an gefundenen Gegenständen abgegeben, dass die Bearbeitung und mögliche Auszahlung einer Fundprämie bis zu zweieinhalb Jahren dauert, sagt Mads Schear Mikkelsen, der Sekretariatschef des Nationalmuseums. „Wir hängen hinterher und derzeit wird dies immer schlimmer. Ich möchte nicht über mangelnde Ressourcen klagen und der Fund-Bereich ist uns auch sehr wichtig, aber das Nationalmuseum hat auch noch viele andere Aufgaben, die auch hohe Priorität genießen“, sagt Mikkelsen.

In den letzten Jahren wurden in Dänemark von Hobby-Archäologen bedeutende Schätze gefunden, darunter die Goldspiralen von Boeslunde, der Silberschatz der Wikinger in Errigstedt und im vergangenen Juni der Wikinger-Goldschatz in Vejen.  Im März 2016 fand ein Hobbyarchäologe im Osten der Insel Fünen ein Kreuz mit Jesus-Figur. Der Fund könnte den Zeitpunkt der Christianisierung in Dänemark vordatieren.

Die Fundgegenstände der Hobbyarchäologen werden zunächst bei den lokalen Museen abgegeben, diese bewerten die Sachen und entscheiden, welche an das Nationalmuseum weitergesendet werden. Mogens Bo Henriksen, Museumsdirektor des Museum in Odense berichtet, dass in seinem Museum jährlich Tausende von Gegenständen abgegeben werden. „Die Menge der gefundenen Gegenstände hat sich in den letzten Jahren mehr als verzehnfacht, trotzdem wurden weder bei den lokalen Museen noch beim Nationalmuseum die Mittel aufgestockt, sodass man sich nicht wundern muss, dass die Bearbeitungszeit länger dauert,“ so Henriksen.

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erstellt am 20.Jul.2016 | 11:05 Uhr

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