zur Navigation springen

Deutschland & Welt

08. Dezember 2016 | 11:00 Uhr

Rekord-Bauten bei Esbjerg : Dänemark weiht die größten Windräder ein

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Zukunft wirft lange Schatten: An der dänischen Westküste werden am Montag gigantische Wind-Riesen eingeweiht.

Esbjerg | Sie sind 200 Meter hoch, haben eine Spannweite von 164 Metern und stehen onshore - direkt am Küstenstreifen von Måde bei Esbjerg: Dänemarks Energieminister Lars Christian Lillelund weiht am Montag die bisher größten Windräder seines Landes ein. Die Vestas V164-Windkraftanlagen mit 8 Megawatt (MW) sollen fortan 18.000 Familien mit Strom versorgen. 300 solcher Anlagen könnten theoretisch den Strombedarf von ganz Dänemark decken. Die Bauten sollen aber vornehmlich dem Test von Betriebs- und Wartungsprozeduren an Land dienen, denn eigentlich wurde sie für den Offshore-Einsatz entwickelt.

Die Windkraftanlagen der Zukunft könnten bis zu 300 Meter hoch werden. In Dänemark setzt aber nicht nur auf Höhe, sondern tüftelt an anderen Innovationen, um die Windausbeute zu verbessern.

„Die neuen Windräder geben der dänischen Windindustrie einen Vorsprung“, sagt Erik Andersen vom Betreiber „European Energy“. Er glaubt, dass die Hafenstadt an der Westküste von der neuen Windradproduktion weiter profitieren wird. Aufgrund der enormen Größe der Anlagen könnte es nämlich erforderlich sein, dass Teile der Produktion auf das Hafengelände verlegt werden. Esbjerg gilt seit den 1970er Jahren als Zentrum der dänischen Energiebranche, ist wirtschaftlich wegen der Krise im Gassektor derzeit aber in Schwierigkeiten. Der Hafen gilt als der Wichtigste überhaupt für Offshore-Wind.

Als größte Wind-Riesen in Serie galten bis vor kurzem die 198 Meter hohen Modelle 126 von Enercon. Sie haben eine bedeutend geringere Spannweite (127 Meter) als die Anlagen in Esbjerg, die bei Blättern in 12-Uhr-Position auf eine Höhe von 220 Metern kommen. Auf Gran Canaria steht eine Test-Anlage mit der Höhe von 205 Metern und einer Leistung von 8 MW. Sie gilt als höchstes Windrad der Welt.

Der nächste Entwicklungsschritt in der Windkraft-Evolution wird auch schon eingeleitet. Mit ihm soll das Dogma, dass höhere Ausbeute nur über höhere Bauten zu gewährleisten ist, durchbrochen werden. Am Forschungszentrum Risø DTU in Roskilde wird zu diesem Zweck in Kürze eine Anlage mit vier Rotoren errichtet, die der Marktführer Vestas entwickelt hat.

zur Startseite

von
erstellt am 25.Apr.2016 | 11:17 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen