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Boulevard

11. Dezember 2016 | 11:01 Uhr

Medien : Zeit der Kannibalen

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Sie sind gnadenlos. In luxuriösen Hotelzimmern wickeln drei Unternehmensberater zur Gewinnmaximierung alles ab, was ihnen zwischen die Finger kommt: Menschen, Firmen, Produktionsstandorte weltweit. Katharina Schüttler («Elser – Er hätte die Welt verändert»), Devid Striesow («Ich bin dann mal weg») und Sebastian Blomberg («Der Staat gegen Fritz Bauer») spielen die zynischen, getriebenen Manager in der bitterbösen Kapitalismus-Farce «Zeit der Kannibalen».

Mit der grandiosen Satire startet die ARD am Dienstag (14. Juni) um 22.45 Uhr die neunteilige Reihe «Filmdebüt im Ersten». Im Wochenrhythmus sind dann außergewöhnliche Regiearbeiten von Nachwuchstalenten zu sehen.

Johannes Nabers packendes Drama «Zeit der Kannibalen» ist ein seltenes Beispiel für ein mutiges, radikales Filmexperiment. In seinem Kammerspiel lässt der Regisseur die Figuren in Hotelzimmern und Konferenzräumen aufeinander los - während draußen in einem nicht näher benannten Land irgendwo fern von Deutschland ein immer näher kommender Bürgerkrieg tobt.

Bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises holte «Zeit der Kannibalen» die Bronze-Lola in der Kategorie bester Spielfilm. Ebenfalls preisgekrönt: Das Drehbuch von Stefan Weigl, in dem jeder Satz sitzt und trifft.

Öllers (Striesow), März (Schüttler) und Niederländer (Blomberg) wollen Partner in der «Company» werden - mit Mega-Ego und grenzenlosem Ehrgeiz. Als die «Company» unerwartet verkauft werden soll, läuft für die drei Unternehmensberater plötzlich alles aus dem Ruder.

Die Masken der Manager bröckeln - dahinter kommen in der mit herrlich absurden Momenten gespickten Story Menschen voller Neurosen und Ängste zum Vorschein. «Zeit der Kannibalen» ist ein extrem schwarzhumoriger Film über die Abgründe des Raubtier-Kapitalismus - und sehr gelungen!

Gezeigt werden in den kommenden Wochen auch die Coming-of-Age-Komödie «Simon sagt auf Wiedersehen zu seiner Vorhaut» (21. Juni, 00.35 Uhr), die Tragikomödie «Anderswo» (28. Juni, 22.45 Uhr) über die Suche nach Heimat und das Drama «Die Brücke am Ibar» (5. Juli, 22.45 Uhr) über den Kosovo-Krieg.

Ebenfalls im Programm: Das Nachkriegsdrama «Wolfskinder» (12. Juli, 22.45 Uhr), das surreale Deutschland-Portrait «Finsterworld» (19. Juli, 22.45 Uhr), das israelische Entführungsdrama «Youth» (26. Juli, 22.45 Uhr), «Vergiss mein Ich» (2. August, 22.45 Uhr) über eine an Amnesie leidende Frau und das märchenhafte Sozialdrama «Im Spinnwebhaus» (9. August, 22.45 Uhr).

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erstellt am 14.Jun.2016 | 00:01 Uhr

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