zur Navigation springen

Boulevard

10. Dezember 2016 | 23:32 Uhr

Geschichte : Wohl letzter Brief von Ludwig II. aufgetaucht

vom

Der womöglich letzte Brief von «Märchenkönig» Ludwig II. ist aufgetaucht. Ein Schreiben des Königs vom 10. Juni 1886 an Ludwigs Vetter Prinz Ludwig Ferdinand, das der Öffentlichkeit bislang unbekannt war, ist inzwischen im Besitz des Bayerischen Hauptstaatsarchives.

Das sagte der Leiter des Geheimen Hausarchivs, Gerhard Immler, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Zuerst hatten die Zeitungen «Die Welt», die «Süddeutsche Zeitung» und die «Bild» darüber berichtet. Das Hausarchiv ist das Archiv der ehemaligen Wittelsbacher Königsfamilie.

Aus Sicht des CSU-Politikers und Ludwig-Experten Peter Gauweiler nährt der wohl letzte Brief des sagenumwobenen Bayern-Königs Zweifel an der Theorie vom verrückten «Kini». Gauweiler präsentierte das Schreiben anlässlich des 171. Geburtstages von Ludwig II. im Schloss Hohenschwangau. «Ein großes Drama der bayerischen Geschichte klärt sich immer mehr auf», sagte Gauweiler am Freitag. Für ihn ergeben sich aus den Worten des Königs Hinweise auf eine Verschwörung: «Es war ein eindeutiger Staatsstreich».

Der Brief belege, dass der König geistig klar genug war, die ihm drohende Gefahr zu erkennen. Er habe wohl geahnt, dass er abgesetzt werden sollte. Am 9. Juni 1886 wurde Ludwig II. entmündigt, am 13. Juni ertrank er im Starnberger See. Um die Umstände seines Todes - ob es Suizid war oder nicht - ranken sich viele Gerüchte.

In dem nun aufgetauchten Brief schreibt Ludwig unter anderem an seinen Vetter, er sehe eine «schändliche Verschwörung! Wer kann nur hinter einem solchen Verbrechen stecken, Prz. Luitpold vermuthlich.» Und weiter: «Wie kann aber eine solche Infamität nur möglich sein!!» Ludwig erwähnt darin auch die Gerüchte um seinen Gesundheitszustand («angebliche Krankheit»), «an der nicht eine Sylbe wahr ist».

zur Startseite

von
erstellt am 26.Aug.2016 | 13:38 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert