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Boulevard

10. Dezember 2016 | 06:06 Uhr

Medien : Wir tun es für Geld

vom

Diese Hochzeit ist eine ziemlich unterkühlte Angelegenheit. Braut Ines (Diana Amft) und Bräutigam Moritz (Florian Lukas) haben nach dem Ja-Wort alles andere als ein Strahlen im Gesicht. Und Ines' leidenschaftlicher Kuss gilt auch nicht ihrem frischgebackenem Ehemann.

«Wir tun es für Geld» heißt die Komödie um eine gewagte Scheinehe, die das Erste am Freitag (19. August) um 20.15 Uhr als Wiederholung zeigt. Auf Einsfestival ist der Film in der Woche darauf dann noch dreimal zu sehen.

So eine Ehe ist das ideale Steuermodell, meint Ines' Vater, der die ganze Sache für seine als Finanzvorstand in einem großen Unternehmen gut verdienende Tochter eingefädelt hat. «Was macht man nicht alles für's Geld», seufzt der liebenswerte Verlierertyp Moritz, der sein schlecht bezahltes Arbeitsleben im Archiv eines Musikmagazins fristet. Immerhin beteiligt sich Ines als Dank für den Deal in Zukunft an seiner Miete.

Nach der Hochzeit trennen sich die Wege von Ines und Moritz also gleich wieder - bis Moritz' Nachbar Ekki Stöckelein-Grummler (Ludger Pistor) auftaucht und sich als Finanzbeamter auf der Jagd nach Steuerbetrügern vorstellt: «Man nennt mich die Python - von E bis H». Und natürlich ist Ecki damit genau für die angeblichen Eheleute Ines und Moritz zuständig.

Es beginnt ein grandioses Täuschungsmanöver in bester Screwball-Comedy-Manier - von Regisseur Manfred Stelzer mit leichter Hand inszeniert und mit überzeugenden Schauspielern bis in die Nebenrollen. «Die Ehe ist Schein, aber die Krise ist echt», stellt Moritz fest. Ines muss kurzerhand bei Moritz einziehen, damit die Scheinehe nicht auffliegt. Ines' Freund Bernd (Matthias Weidenhöfer) tobt. Moritz' Mutter (Ursula Karusseit) ist verwundert. Und Moritz findet an der verzwickten Situation - und an Ines! - immer mehr Gefallen.

Vor allem Florian Lukas («Weissensee», «Good Bye, Lenin!») als sympathischer Loser und Ludger Pistor («Ein Schnitzel für alle») als herrlich verklemmter und verspießerter Sachbearbeiter brillieren in der Komödie. Die Widersacher freunden sich über die gemeinsame Leidenschaft für Jazz und Soul überraschend an. Diana Amft («Doctor's Diary», «Blonder als die Polizei erlaubt») punktet als plötzlich aus der Bahn geworfene Powerfrau mit ihrer großer Ausstrahlung.

Als Ekki - der selbst einer scheinbar verlorenen Liebe nachtrauert - wegen eines Wasserrohrbruchs in seiner Wohnung auch noch bei Moritz einzieht, ist das Chaos perfekt. Bis zum Showdown im Finanzamt gibt es bei der 2014 erstmals im Ersten gezeigten Komödie noch haufenweise Gags und kuriose Verwicklungen. Ein Happy End gibt es auch - ganz kitschfrei und trotzdem irgendwie romantisch.

"Wir tun es für Geld"

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erstellt am 19.Aug.2016 | 00:01 Uhr

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