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Boulevard

07. Dezember 2016 | 15:31 Uhr

Medien : Wacken - Der Film

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Alle Jahre wieder wird aus einem kleinen Dorf in Schleswig-Holstein ein Wallfahrtort für Heavy-Metal-Fans aus aller Welt. Wacken zieht sie alle an. Seit 1990 pilgern jährlich Zehntausende in das 1800-Einwohner-Kaff und bringen es zum Platzen.

Und immer wieder animiert das Szenario Filmemacher aus aller Welt, um die Bilder vom Festival, aber auch von der Zeit davor und danach festzuhalten. Zum Beispiel die Südkoreanerin Sung-Hyung Cho, die vor etwa zehn Jahren die Dokumentation «Full Metal Village» drehte.

Ein neuerer Film ist «Wacken 3D», der vor zwei Jahren für ein paar Tage in den Kinos lief und jetzt als «Wacken - Der Film» an diesem Samstag (22.25 Uhr) auf Arte zu sehen ist, allerdings nicht in 3D-Technik wie im Kino - daher rührt auch die kleine Änderung im Titel.

Nur knapp 20 000 Zuschauer sahen die Musikdokumentation damals in den Kinos. Im TV dürften es ein paar mehr werden, auch wenn am Samstag zu der Zeit die zweite Halbzeit des EM-Hits Deutschland gegen Italien im Ersten zu sehen ist und der Konkurrenz wenig Chancen lässt.

Musiker wie Alice Cooper, Deep Purple, Motörhead und Rammstein rockten im Sommer 2013 das Festival, als der Film entstand. 75 000 Zuschauer kamen an vier Tagen auf das 300 Fußballfelder große Gelände. Einfach nur dabei sein und headbangen wollen viele Fans, die aus verschiedensten Ländern anreisen. Für Cielu Wang aus Taiwan ist es das dritte Wacken-Open-Air (W:O:A). Ihrer Mutter habe sie erzählt, sie sei auf Geschäftsreise, sagt die junge Frau im Film - wenigstens der Rollkoffer, den sie über die Wiese zieht, passt dazu.

Musikfilmregisseur Heitker lässt Bands und Fans zu Wort kommen, zeigt spektakuläre Konzertbilder - mal aus der Perspektive der Stars, mal aus der des Publikums. Der Film liefert aber nicht einfach 90 Minuten Schwermetall-Dröhnung. Es gibt Sonnenaufgänge und Vogelgezwitscher, aus Zelten und Autos kriechende mehr oder weniger verkaterte Besucher und zwischen «Smoke On The Water» von Deep Purple, Rammsteins «Du hast» und Alice Coopers «School's Out» viele Interviews. Das Familienfest, als das es die Macher und Besucher bei allem Erfolg noch immer sehen, wird begreifbar.

Als «Verbeugung» vor dem W:O:A sieht Produzent Thomas Erhart den Film. «Wir schmeißen uns nicht unnötig ran, aber natürlich schlägt das Herz des Films für Wacken», sagte er vor der Kinopremiere. «Ich habe mich gewundert, dass man in 90 Minuten komprimiert so viele Facetten zeigen kann», sagte Thomas Jensen, neben Holger Hübner einer der Festivalgründer, im Interview. «Alles kann man nicht zeigen», meinte er, «trotzdem habe ich das Gefühl, es fehlt gar nichts.» Diesmal spiele nur das Dorf selbst keine so große Rolle wie noch in «Full Metal Village».

Wer am Samstag lieber Fußball sehen möchte, kann den Wacken-Film in der Arte-Mediathek noch ein paar Tage danach abrufen. Oder noch besser: einfach nach Wacken fahren und dort in echtem 3D genießen. In diesem Jahr ist das Festival vom 4. bis 6. August angesetzt.

Wacken - Der Film

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erstellt am 02.Jul.2016 | 00:01 Uhr

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