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Boulevard

05. Dezember 2016 | 05:30 Uhr

Medien : Verdammt verliebt auf Malle

vom

Manche Filmtitel sind so daneben, dass sie eher zum Abschalten verleiten. Der neueste Dienstagsfilm bei Sat.1 hat zwar auch einen recht schlichten Namen, ist aber dennoch relativ unterhaltsam.

Alkoholexzesse, Drogen, Orgien: So stellt es sich so mancher Schuldirektor vor, wenn eine Schulklasse der Oberstufe mit nur einer Lehrerin auf Klassenfahrt geht - und dann auch noch nach Spanien. Aber dann kommt alles so ähnlich und doch ganz anders.

Zu sehen ist das - passend zum Ende der Ferienzeit hierzulande - in der Komödie «Verdammt verliebt auf Malle» an diesem Dienstag (20.15 Uhr) auf Sat.1.

Die Spanisch-Lehrerin Antonia Limpinski (Valerie Niehaus) mag ihr durchstrukturiertes Leben, erzählt ihren Schülern im Unterricht aber etwas von Leidenschaft und Hingabe in der spanischen Dichtkunst und davon, dass man möglichst nichts im Leben verpassen sollte. Dummerweise hält sie sich selbst nicht daran: Sie hat schon lange ein Verhältnis mit ihrem Schuldirektor Konrad Wellinger (Uwe Ochsenknecht), der erst gar nicht und dann viel zu spät daran denkt, sich von seiner Frau scheiden zu lassen.

Dann steht die Abschlussfahrt der Klasse nach Mallorca an. Dort angekommen, sammelt die disziplinierte Lehrerin im Bus alle Handys ein, scheucht die Klasse durch eine vertrocknete Pampa bis hin zum angeblich schönen Hotel - das aber gar nicht existiert: Da, wo es stehen soll, ist nur Ödnis. Retter in der Not ist Gregor (Stephan Luca), der Vater der Schülerin Stella (Mercedes Müller), der sich auf Mallorca als Schlagersänger durchschlägt. Er holt die Gruppe in seinem alten VW-Bus ab und karrt sie zu seiner Bleibe, einer etwas heruntergekommenen Pension.

Eigentlich wollte Frau Limpinski ihren - geradezu erschreckend braven - Schützlingen diverse Klöster und Naturwanderpfade zeigen. «Der Ballermann bringt manchmal das Beste im Menschen zum Vorschein, den wahren Charakter», behauptet jedoch Gregor Brömmer und zeigt der Gruppe stattdessen, dass sämtliche Klischees über Urlauber an diesem speziellen Strand von Mallorca zutreffen: Komasaufen aus Eimern, Nackttanzen auf der Straße und Feiern, bis der Arzt kommt.

Gregor singt Hits wie «Tanze Samba mit mir» und «Verdammt ich lieb' Dich» und landet natürlich schon in der ersten Nacht mit der dann gar nicht mehr so strukturierten Lehrerin im Bett.

Der Regisseur Ulli Baumann (54, «Alles Atze», «Ritas Welt») drückt ganz ordentlich auf die Klamauk-Tube, für Tiefgang bleibt da wenig Platz. Der anfangs oberflächlich und prollig wirkende Schlagerfuzzi immerhin entpuppt sich als erstaunlich liebenswerter Mann, der sich in die gar nicht so staubtrockene Lehrerin verliebt, die auch zusehends lockerer wird und sich beim Karaokesingen («Time Of My Life») durchaus mit ihm messen kann. In kleinen Cameo-Auftritten tauchen die Ballermann-Experten Jürgen Drews und Mickie Krause auf - sie stören aber auch nicht weiter.

Es geht ziemlich turbulent zu im temporeichen und mit lockerer Musik gespickten Film, und ein wenig Sehenswertes von der Insel - abseits der gängigen Klischees - gibt es denn auch zu sehen. Valerie Niehaus und Stephan Luca haben offensichtlich Spaß an ihrem munteren Spiel, oder sie tun zumindest so. Die harmlose Klamotte bietet einen leidlich unterhaltsamen Abend - vorausgesetzt, man genehmigt sich dazu das eine oder andere Glas Sangria.

Verdammt verliebt auf Malle

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erstellt am 13.Sep.2016 | 00:01 Uhr

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