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Boulevard

04. Dezember 2016 | 23:32 Uhr

Musik : Tote Prominente - das Trauerjahr 2016

vom

Die Trauer ist groß. «2016, das Ausschaltjahr», schrieb der Unterhalter Micky Beisenherz zum Tod von Popmusiker Prince mit 57 Jahren - und sprach damit vielen Anderen im Netz aus der Seele, nachdem in den vergangenen Wochen und Monaten schon viele Prominente gestorben sind.

Die Komikern Carolin Kebekus schrieb angesichts des Todes von Stars wie Prince oder auch David Bowie: «Wenn es Gott wirklich gibt, stellt der sich da oben aber gerade ne geile Band zusammen...» Das Gefühl lautet also zurzeit: Es reicht langsam! Sind dieses Jahr nicht schon zu viele Prominente gestorben?

Eine Übersicht nach Themen und Thesen:

DAVID BOWIE und PRINCE: Anfang Januar schockierte der Tod des Musikers David Bowie («Heroes») im Alter von 69 Jahren die Welt. Die «Los Angeles Times» stellte einen popgeschichtlich und gesellschaftskritischen Zusammenhang nach dem Tod von Prince her: «Was David Bowie für weiße Kids war, die sich anders und unpassend in dieser Welt fühlen, war Prince für schwarze Jugendliche. Er gab jungen Afroamerikanern, die in Harlem (Teil von New York) oder St. Louis oder Watts (Stadtteil von Los Angeles) aufwachsen, sozusagen die Erlaubnis, so zu sein, wie sie sein wollen, und nicht so, wie die Gesellschaft ihnen vorgibt, angeblich sein zu müssen.»

POPMUSIK/JUGENDIDOLE DER HEUTE 30- BIS 50-JÄHRIGEN: Prince reiht sich mit seinem frühen Tod im Alter von 57 Jahren tragisch in eine Reihe von unerwartet gestorbenen Ikonen der 80er Jahre ein. Der «King of Pop» Michael Jackson starb 2009 im Alter von 50 Jahren, Whitney Houston 2012 mit 48. Von den drei Superstars der MTV-Ära (Madonna, Michael Jackson, Prince - alle Jahrgang 1958) ist Madonna nun die einzige Überlebende.

MUSIKWELT: In den vergangenen Monaten starben viele Musik-Stars, darunter Glenn Frey (Gründungsmitglied der Rockband Eagles), der Progressive-Rocker Keith Emerson (von Emerson, Lake and Palmer), die Jazz-Sängerin Natalie Cole (Tochter des Pianisten Nat King Cole), Maurice White (Gründungsmitglied der Band Earth, Wind & Fire) und natürlich der für sein exzessives Leben berühmte Motörhead-Frontmann Lemmy Kilmister, der Ende 2015 kurz nach einer Krebsdiagnose starb.

KULTUR: Zu den weiteren prominenten Todesfällen, die 2016 bereits weltweit Aufsehen erregten, gehörten «Harry Potter»-Filmstar Alan Rickman und der italienische Schriftsteller Umberto Eco («Der Name der Rose»). Die BBC stellte in einem Bericht unter anderem die These auf, dass die steigende Zahl von toten Stars auch daran liege, dass Menschen, die in den 60er Jahren berühmt wurden, nun langsam alle über 70 seien und deshalb «zu sterben anfangen». Außerdem gebe es auch viel mehr Prominente als früher. Während bis in die 60er praktisch nur das Kino (Welt-)Stars hervorbrachte, gebe es heute Promis aus Fernsehen, Musik, Sport und Internet.

DEUTSCHLAND: Die deutsche Öffentlichkeit verlor 2016 bereits viele Promis, von denen viele unerwartet und früh starben, darunter Ex-Außenminister Guido Westerwelle (mit 54), Musiker Roger Cicero (mit 45), die Schauspielerin Maja Maranow (mit 54), Schlagersänger und Moderator Achim Mentzel (mit 69), der Publizist und Moderator Roger Willemsen (mit 60) oder TV-Kinderheld Peter Lustig (mit 78).

SORGE: 2016 sei ein schlimmes Jahr für die (Pop-)Kultur, schrieben sich viele in den sozialen Netzwerken ihren Schmerz von der Seele. Mancher witzelte auch sarkastisch, ob denn bestimmte Stars, die man schätze, gesund genug lebten, immer schön zum Arzt gingen und jetzt noch sicher seien (Namen zu nennen brächte hier womöglich Unglück) oder ob die hohe Frequenz von Promi-Todesfällen in diesem Jahr andauere.

Micky Beisenherz

Los Angeles Times

Carolin Kebekus

BBC-Statistik

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von
erstellt am 22.Apr.2016 | 14:36 Uhr

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