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Boulevard

03. Dezember 2016 | 03:34 Uhr

Medien : Summer of Scandals

vom

Skandalös soll der Sommer werden. Schnappatmung und Schockzustände stehen auf dem Programm. Und die «Godmother of Scandals» darf gleich als Erste an den Start.

Mit einer Dokumentation über die ehemalige Pornodarstellerin Ilona «Cicciolina» Staller eröffnet der TV-Sender Arte am Samstag (16. Juli, 21.45 Uhr) seinen «Summer of Scandals». Mit dem Erotikthriller «Basic Instinct» geht er fünf Wochen später zu Ende. Dazwischen gibt es immer samstags und sonntags Spielfilme und Dokumentationen, Konzerte und Musikvideos.

Protagonisten zwischen Pop und Provokation - ganz wie der Gastgeber: US-Musiker Iggy Pop, 69 Jahre alt und «Godfather of Punk», hat der deutsch-französische Kulturkanal dafür engagiert.

Wer könnte besser durch diesen «Summer of» führen, als jemand, der «Theoretiker, Praktiker und Ikone des Skandals in einer Person ist?», fragte Arte-Programmchef Alain Le Diberder. «Bühne frei für Iggy Pop!» An jedem der zwölf Abende wird der «Großmeister des Skandals» zu sehen sein, aufgezeichnet wurden die Clips mit ihm bereits, wie Arte mitteilte. In den Anmoderationen präsentiere er provokant und selbstironisch seine Sicht auf die Popkultur. «So erfahren wir beispielsweise was Miley Cyrus' Hinterteil mit der Benachteiligung der Schwarzen in Amerika zu tun hat, was Julius Caesar wohl über das Wacken-Festival in Schleswig-Holstein denken würde, und warum 'Eyes Wide Shut' trotz Tom Cruises Performance Stanley Kubricks bester Film ist.»

Einen «prallen und dichten Skandalsommer» will Arte liefern. Es geht um Filme, Musik und Mode, die für Empörung gesorgt haben. Vor allem die Musikszene lieferte dafür viel Stoff - von legendären Videos über den großen Betrug des Pop-Duos Milli Vanilli bis hin zu Schlagzeilen um Popsternchen Miley Cyrus. Die Dokumentation «Explicit!» etwa widmet sich am ersten Abend den «skandalösesten Musikvideos», die in voller Länge gezeigt werden, darunter Michael Jacksons «Thriller» und Madonnas «Justify My Love».

Filme stehen an jedem der Abende auf dem Programm: «'Lolita' und 'Eyes Wide Shut' von Stanley Kubrick - heute ein weltweit verehrter Regisseur - wurden bei ihrem Erscheinen zensiert», erinnerten die Senderverantwortlichen. «Für große Empörung sorgte 'Das Leben des Brian' bei denen, die nur den Anfang gesehen haben, und 'Basic Instinct' bei denen, die nur die Mitte gesehen haben. All diese Filme mussten ihren Wagemut teuer bezahlen» - und alle stehen bei Arte auf dem Programm. Ebenso etwa wie «Im Reich der Sinne», «Das große Fressen» oder «Borat».

Noch weiter gehe zuweilen die Musik, deren Protagonisten «bewusst schockierten und provozierten und sich mit den Sittenwächtern ihrer Epoche anlegten», betonten die Verantwortlichen. Arte zeigt sie in Konzerten und Dokumentationen: Musiker und Bands wie Guns N' Roses, The Rolling Stones, Rammstein, Motörhead-Gründer Lemmy Kilmister, Tote-Hosen-Frontmann Campino und eben Iggy Pop. Porträtiert werden Schauspieler wie Marlon Brando und Dennis Hopper.

Um «Skandalnudeln der Modewelt» - von Königin Marie Antoinette bis hin zu Model Kate Moss - geht es im ersten von sechs Teilen der Serie «Mode-Skandal!». Die zehnminütigen Beiträge berichten über große Dramen und kleine Hysterieausbrüche in der Modewelt - ob es die sich beschimpfenden Designer Tom Ford und Yves Saint Laurent sind oder «Vogue»-Chefin Anna Wintour, die ein Sicherheitsdienst nicht durchlässt. Die Dokumentation «Tratsch und Totschlag - vom Aufstieg und Niedergang der Skandalpresse» lässt ehemalige Boulevardjournalisten aus dem Nähkästchen plaudern.

«Nicht vergessen: Ich kann euch sehen hinter dem Bildschirm und weiß, dass ihr zuschaut», sagt Iggy Pop in einem bereits veröffentlichten Trailer. Arte dürfte hoffen, dass mindestens so viele zuschauen wie im vergangenen Jahr beim «Summer of Peace». Das sei der bislang erfolgreichste «Summer of» gewesen, berichtete der Sender. Der Skandalsommer kann zumindest schon mal ein Jubiläum für sich beanspruchen: Nach Sommern, die mal den «Girls», «Rebels» oder dem «Soul» gewidmet waren, wird dies die zehnte Ausgabe der «Summer of»-Reihe.

Arte

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erstellt am 16.Jul.2016 | 00:01 Uhr

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