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Boulevard

09. Dezember 2016 | 16:32 Uhr

Medien : Süßes Gift

vom

An den Tauben im Park testet Clémence ihr frisch angerührtes Gift. Das funktioniert hervorragend - und deshalb schreitet die 80-jährige Witwe sofort zur Tat.

Ihr Ziel: der raffgierige, gewalttätige Neffe Charlie und seine dubiosen Freunde müssen verschwinden. «Süßes Gift» heißt die rabenschwarze französische Komödie, die Arte an diesem Freitag um 20.15 Uhr zeigt.

In der Hauptrolle: Frankreichs Star Line Renaud - eine Künstlerin, die bereits eine jahrzehntelange erfolgreiche Karriere als Sängerin, Varieté-Künstlerin und Filmschauspielerin von «Der blinde Engel» aus dem Jahr 1946 bis zu «Willkommen bei den Sch'tis» von 2008 hinter sich hat. Und mit ihren mittlerweile 88 Jahren spielt Renaud immer noch locker fast alle ihre Mitspieler an die Wand.

Von Renauds Ausstrahlung lebt dann auch der Film von Regisseur Bernard Stora, der auf einem Roman des finnischen Bestsellerautors Arto Paasilinna («Der wunderbare Massenselbstmord») basiert. Mit strahlenden Augen, flotter weißer Kurzhaarfrisur und hintersinnigem Lächeln macht Renaud die Witwe Clémence zur eleganten Dame mit höchstkriminellem Potenzial. An ihrer Seite: der freundliche, hilfsbereite und sehr hartnäckige Verehrer Jacquot, gespielt von Pierre Vernier («Geheime Staatsaffären»).

Zu Jacquot flüchtet sich Clémence, als der Albtraum-Verwandte wie jeden dritten Monat auftaucht, um ihr die Pension abzuknöpfen: Der Neffe Charlie (Nicolas Lumbreras). Dieses Mal bringt er zwei Freunde mit, veranstaltet ein Gelage im gepflegten Garten der Villa und erschrickt die Katze von Clémence im wahrsten Sinne des Worte zu Tode.

Jetzt reicht es Clémence. Wäre der Tod nicht eine Lösung?, fragt sie sich. Dann wäre sie wenigstens wieder mit ihrem vor Jahren gestorbenen, geliebten Ehemann Raymond vereint, der ihr von seinem goldgerahmten Foto immer schelmisch zublinzelt.

Doch es gibt noch andere Möglichkeiten, um das Leben wieder lebenswert zu machen. Und die nutzt Clémence - bis es zu erstaunlichen Geständnissen während einer Flusskreuzfahrt und einem überraschenden Showdown in der Villa kommt.

Regisseur Stora hat seine recht geradlinig erzählte Geschichte mit vielen, schrägen Einfällen und reichlich Slapstick gewürzt. Die Charaktere hätten dabei ruhig noch ein bisschen böser und kantiger ausfallen dürfen, und auch nicht alle Gags zünden. So bleibt «Süßes Gift» solide Unterhaltung für einen lauen Sommerabend.

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erstellt am 08.Jul.2016 | 00:01 Uhr

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