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Boulevard

04. Dezember 2016 | 17:22 Uhr

TV-Tipp : Stralsund - Schutzlos

vom

Katharina Wackernagel jagt seit 2009 als Nina Petersen Verbrecher an der Ostseeküste. Der neue «Stralsund-Krimi» zeigt eine Kommissarin zwischen unklaren Fronten.

Die Farben des Films sind düster. Nahezu unter der gesamten neuen Folge «Schutzlos» des «Stralsund-Krimis» liegt eine bedrohliche Musik.

Als nüchtern und ernst wirkende Kommissarin Nina Petersen geht Katharina Wackernagel an diesem Samstag (20.15 Uhr) im ZDF zum neunten Mal seit 2009 an der Ostsee auf Verbrecherjagd.

Polizisten, zu deren Job es gehört, sich zu vertrauen, hegen diesmal Misstrauen gegeneinander. Die Fronten in diesem Samstagskrimi verlaufen mitten durch das Stralsunder Ermittler-Team - und sie bleiben bis zur letzten Minute im Vagen.

Dieser Stralsund-Krimi ist kein Film voller Action und effektvoller Stunts, eher ein in die Seele der Protagonisten schauendes Psychogramm in einem trüben Ambiente. Worum geht es? Ein Mann wird mit einer Waffe in der Stralsunder Innenstadt entdeckt und festgenommen. Wie sich herausstellt, sind er und seine Familie im Rahmen eines Zeugenschutzprogramms in Stralsund untergetaucht, nachdem seine Frau Tatjana in Frankfurt (Oder) zufällig eine Drogenübergabe beobachtet hatte. Die Familie stammt aus Weißrussland. Sie erhofft sich von der Zeugenaussage gegen das seit Jahren in Frankfurt operierende Drogenkartell die ersehnte Anerkennung als politische Flüchtlinge.

Schnell stellt sich heraus: In der Schutzwohnung, in der sich die Familie Komerenko sicher glaubte, war wenige Minuten zuvor ein Polizist erschossen worden. Diese Tat war auch der Grund, warum Familienvater Vitatli in Panik auf die Straße gelaufen war. Dennoch richtet sich der Fokus schnell auf die Behörde selbst. In ihrer pragmatischen Art beginnt Petersen mit den Ermittlungen und erfährt, dass ihre Kollegen Gregor Meyer (Michael Rotschopf) und Max Morolf (Wanja Mues) bereits vor sieben Jahren gegen den Drogenboss Pawel ermittelten, dies aber vor ihr verschwiegen.

Wer kann wem vertrauen, wer sagt die Wahrheit? Irritiert und misstrauisch ist nicht nur Petersen. Die Story offenbart Polizisten mit dunklen Seiten und Schuld beladenen Biografien. «Wenn man schmutzige Informationen haben will, darf man keine Angst haben sich die Finger dreckig zu machen», erklärt Petersens Kollege Max Morolf.

Katharina Wackernagel, die zu den profiliertesten Schauspielerinnen in Deutschland gehört, mag ihre Rolle: «Die Höhen und Tiefen der Figur, ihre Gradlinigkeit in den Fällen und ihre Zerrissenheit im Privaten, haben gerade in den letzten fünf Filmen eine spannende Entwicklung genommen», sagt sie. Kommissarin Petersen lacht selten, agiert zielstrebig und pragmatisch -  und entspricht dennoch nicht dem Bild der abgebrühten taffen Kommissarin.

Wackernagel gibt Petersen eine Melancholie mit, die sich in der Düsternis des Filmes spiegelt. Die Kommissarin wirkt einsam - in einem für sie nicht zu berechnenden Umfeld. Ihr Kollege Karl Hidde (Alexander Held), der einzige, dem sie vertraut, liegt in «Schutzlos» verletzt im Krankenhaus. «Ich brauch dich, gesund!», fleht sie nach einem Besuch bei ihm.

Auch die Hansestadt Stralsund zeigt sich im «Stralsund-Krimi» nicht von ihrer Glanzseite. Schlichte Wohnungen und Büros, schmuddelige Hinterhöfe, regennasse Straßen und selbst der ansonsten so stattliche Markt sind die Blaupause für die graue Optik und Handlung des Films. Der Cliffhanger am Ende schlägt den Bogen zum nächsten Teil, auf den der Zuschauer nicht lange warten muss: Am 29. Oktober - also zwei Wochen nach «Schutzlos» - zeigt das ZDF mit dem Film «Vergeltung» die Fortsetzung um die Verstrickungen von Petersens Kollegen in das Drogenkartell.

Stralsund - Schutzlos

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erstellt am 15.Okt.2016 | 00:01 Uhr

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