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Boulevard

03. Dezember 2016 | 03:34 Uhr

TV-Tipp : Schwarzach 23 und die Jagd nach dem Mordsfinger

vom

Zwei Mordopfer, mehrere Verdächtige und ein Kommissar, der nicht nur den Fall, sondern auch ein Familiengeheimnis zu lösen hat. In «Schwarzach 23 und die Jagd nach dem Mordsfinger» geht es rund. So rund, dass der Zuschauer nicht mehr durchblickt.

Das ZDF lässt seinen jungen Kommissar Franz Germinger wieder ermitteln. Vor einem Jahr hatte der von Maximilian Brückner gespielte Polizist seinen ersten Fall zu lösen. Nun folgt mit «Schwarzach 23 und die Jagd nach dem Mordsfinger» der zweite Teil.

Zu sehen ist der verwirrende und verworrene Krimi-Klamauk am Samstag (22. Oktober) um 20.15 Uhr.

Die Zuschauer sollten sich Schreibzeug bereitlegen. Ohne Notizen kann man der Handlung kaum folgen. Mit Notizen allerdings auch nicht. Irgendwie ist hier jeder mit jedem verbandelt, jeder kennt jeden von früher und letztlich hängt alles mit allem zusammen.

Franz Germinger jun. ist Polizist und Polizistensohn, er lebt mit Vater Franz sen. (Friedrich von Thun), Mutter Erika (Gundi Ellert), Schwester Anna (Marlene Morreis) und Tochter Emma (Stella Föringer) in Schwarzach 23. Ein Familienclan der speziellen Art. Franz ermittelt offiziell, die Schwester ermittelt unbefugterweise und der Vater versucht die Ermittlungen zu behindern. 

Der Mordfall ist knifflig. Willy Unterkofer liegt tot in der Nähe des Münchner Flughafens. Er wurde erst überfahren, dann erstochen. Taxifahrer Volker (Robert Gallinowski), der ihn des Nachts an diesen einsamen Ort gefahren hat, ist ein rechtsradikaler Ossi - natürlich - und gerät sofort in Verdacht. Er hatte den Willy abgesetzt und sollte ihn kurz darauf wieder abholen. Da war der Willy aber schon tot, behauptet Volker.

Ehe ihn Franz jun. vernehmen kann, wird der Taxifahrer von einem aus einem Flugzeug fallenden, tiefgefrorenen Blinden Passagier getroffen. Vor den Augen der Polizei. Volker landet im Krankenhaus und Franz ermittelt weiter. Warum wurde Willy ermordet? Er hatte Dokumente dabei, eine alte Geschichte. Es ging um den Bau des Flughafens vor vielen Jahren und den Verkauf von Grundstücken damals. Geheimagentin Helga (Leslie Malton) ist hinter den Unterlagen her.

Ein alter Bauer taucht auf, der einzige, der damals sein Land nicht für den Flughafen-Bau verkauft hat. Sein Bruder ist seinerzeit gestorben und Franz sen. war der Ermittler. Die Handlung wird immer verstrickter. Als Anna Germinger bei ihren Recherchen ein Licht aufgeht und sie «Das macht doch total Sinn!» ruft, blickt der Zuschauer schon längst nicht mehr durch.

Soll das eine Krimikomödie sein oder die Persiflage einer solchen? Ein Gangsterfilm? Ein moderner Western? Bei der Musik - Discosound, dramatische Streicher und Pfeifen - wird auch zu dick aufgetragen. Dann taucht auch noch die durchgeknallte Tochter des Toten auf, gespielt von Peri Baumeister. «Ich heiße Kim. Wie Krim ohne r oder wie Krimi, dann aber ohne das r und ohne i», sagt sie zum Kommissar. Anstrengende Dialoge.

Kim ist ein chaotischer Tollpatsch. Doch zum liebenswerten Sidekick taugt die Rolle nicht. Kim quasselt zu viel, sie flippt zu schnell aus, sie ist völlig überdreht. Im Grunde nervt Kim von ihrer ersten bis zur letzten Szene. Nur Franz jun., der verliebt sich in sie - wie zu erwarten war.

Friedrich von Thun darf ausnahmsweise mal keinen Adeligen, Professor oder Unternehmenspatriarchen spielen, sondern einen unrasierten, kiffenden, verkrachten Polizisten. Das macht er überzeugend. Wenngleich auch die Rolle, wie alle anderen, über das Ziel hinaus schießt.

In dem ganzen Chaos versucht der Kommissar den Überblick zu behalten. Dabei helfen ihm seine seherischen Fähigkeiten und Schwester Anna. Die ist ihm bisweilen bei der Recherche einen Schritt voraus. Das nervt Franz und er brüllt Sätze wie: «Intuition, Antizipation ... wie wäre es mit bisschen Transpiration - nur so ermittlungstechnisch?!»

In einem großen Showdown mit wilder Schießerei löst sich der Fall schließlich auf. Der Täter ist der ermittelt - und der Zuschauer hat längst vergessen, wie das kam und wie eigentlich alles zusammenhing.

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erstellt am 22.Okt.2016 | 00:01 Uhr

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