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Boulevard

08. Dezember 2016 | 19:20 Uhr

Film : Promi-Geburtstag vom 8. Juli 2016: Anjelica Huston

vom

Ihr Leben ist filmreif. Als Tochter des legendären Hollywood-Regisseurs John Huston und einer Ballerina trifft sie schon als Kind auf Stars wie Marlon Brando, Peter O’Toole und Montgomery Clift.

Die Kinderjahre verbringt sie auf einem Gut in Irland, als junges Model lebt sie in London und New York, mit 21 folgt der Sprung nach Kalifornien, kopfüber in eine turbulente Beziehung mit Hollywoods Frauenschwarm Jack Nicholson.

Reichlich Stoff für Anjelica Hustons dicke Memoiren «Das Mädchen im Spiegel», die sie vor einem Jahr in Deutschland auf den Markt brachte. In Amerika packte sie ihr bewegtes Leben gleich in zwei Bücher. Heute feiert die Oscar-Preisträgerin ihren 65. Geburtstag.

Ihre Autobiographie ist auch eine Liebeserklärung an den legendären Vater, der in ihrem Leben oft abwesend war. Auch bei ihrer Geburt am 8. Juli 1951 im kalifornischen Santa Monica, da drehte Huston gerade mit Humphrey Bogart und Katharine Hepburn in Afrika den Spielfilm «African Queen». 1986, ein Jahr vor Hustons Tod, heulte sie sich bei ihrem Vater aus, gefrustet von Nicholsons häufigem Fremdgehen nach mehr als zwölf gemeinsamen Jahren.

Die Schauspielerin schreibt auch über einen wichtigen Begleiter, der ihr bis heute geblieben ist: Es ist ihr Nebenrollen-Oscar für die Mafia-Komödie «Die Ehre der Prizzis» (1985). Unter der Regie ihres Vaters, an der Seite von Liebhaber Jack, kam sie als heiß-kalte Mafiosogeliebte zu Oscar-Ehren.

Mit 1,78 Metern Körpergröße, aristokratischer Nase und tiefschwarzen Haaren war Huston Hollywoods perfekte Besetzung für starke Frauenrollen. Zweimal wurde sie von Woody Allen engagiert, für «Verbrechen und andere Kleinigkeiten» (1989) und für «Manhattan Murder Mystery» (1993). Stephen Frears machte sie in dem Ganoven-Drama «Grifters» mit platinblonder Perücke zu einer zwielichtigen Betrügerin.

In «The Addams Family» zeigte sie als blutsaugende Morticia ihre skurril-witzige Seite. Regisseur Wes Anderson machte sie dreimal zu seiner Leinwandmuse. In der frechen Familienfarce «Die Royal Tenenbaums» (2002) wird sie von Leinwand-Ehemann Gene Hackman verlassen. In «Die Tiefseetaucher» ist sie die kettenrauchende Ehefrau des abgedrehten Meeresforschers Steve Zissou (Bill Murray). In «Darjeeling Limited» (2007) spielt sie die in Indien verschollene Mutter dreier ungleicher Söhne. 

In dem Independent-Streifen «Choke» mimt sie die geisteskranke Mutter eines sexbesessenen Sohnes. Die schwarze Komödie gewann 2008 beim Sundance Festival den Sonderpreis der Jury. Zuletzt trat sie in der TV-Serie «Smash» beim US Sender NBC als zynische Theaterproduzentin auf. Mit «Trouble» hat sich Huston kurz vor ihrem 65. Geburtstag wieder auf eine Drama-Komödie eingelassen, die sie auch mitproduziert. Mit Bill Pullman schlüpft sie in die Rolle eines zerstrittenen Geschwisterpaares.

Mit Jack Nicholson hat sich Huston nach dem bitteren Ende ihrer langen Beziehung längst versöhnt. Der endgültige Bruch kam 1990, als der Schauspieler mit dem Model Rebecca Broussard ein Kind erwartete. In ihrem Memoiren offenbarte Huston, dass Jack als enger Freund einfach nicht aus ihrem Leben wegzudenken sei. Es gab eine weitere große Liebe: 1992 heiratete sie den Bildhauer Robert Graham. Die kinderlose Ehe endete 2008, als der Künstler nach langer Krankheit im Alter von 70 Jahren verstarb. 

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erstellt am 08.Jul.2016 | 00:01 Uhr

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