zur Navigation springen

Boulevard

06. Dezember 2016 | 19:01 Uhr

Leute : Promi-Geburtstag vom 7. Juli 2016: Nina Hoss

vom

Anfang 2016 war die deutsche Hauptstadt mit ihrem Porträt plakatiert, daneben in großen schwarzen Lettern der Name Christian Jankowski. Wollte Nina Hoss so für einen neuen Film werben? Nein, für die Retrospektive eines Konzept- und Videokünstlers.

Die Schauspielerin hatte sich als Kuratorin der Jankowski-Schau ausprobieren dürfen.

Mit Videoinstallationen kenne sie sich nicht groß aus, sie sei keine wirkliche Kunstspezialistin, verriet Nina Hoss, die heute 41 wird, im Januar der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». Dennoch habe sie spontan zugesagt, als die Berliner Galerie in Sachen Jankowski auf sie zukam. «Das ist eine ganz tolle Aufgabe, und ich nehme sie auch ernst, aber nicht zu ernst.»

Im Frühjahr dann zurück zu ihren Leisten beim Film: Ende April fiel für die Wahl-Berlinerin die erste Klappe bei der deutsch-französisch-irischen Ko-Produktion «Rückkehr nach Montauk» in den USA. Der Regisseur und Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff (77, «Die Blechtrommel», «Homo Faber») lässt seine schöne, blond gelockte Hauptdarstellerin darin an der Seite des Schweden Stellan Skarsgård (65, «Breaking the Waves») eine erfolgreiche Anwältin und Wahl-New-Yorkerin verkörpern. Sie trifft nach annähernd 20 Jahren ihren Ex-Liebhaber wieder. Das Paar wird - ungeplant - ein Winterwochenende auf Long Island verbringen... Das Liebes-Drama, das sich als eine Art Fortschreibung an die Erzählung «Montauk» des Schweizer Schriftstellers Max Frisch anlehnt, soll kommendes Jahr in die Kinos kommen.

Nina Hoss, der «stille Star des deutschen Films» («Der Spiegel») versteht es, sich in die Seele ihrer Figuren hineinzuarbeiten und ihnen eine psychologische Tiefe zu geben. Geboren am 7. Juli 1975 in Stuttgart, lernte sie nach dem Abitur 1994 ihr Handwerk an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin, die sie auch dann nicht verließ, als Bernd Eichinger um die Ecke kam und sie in einem Fernsehfilm als eine in den 50er Jahren deutschlandweit bekannte Edelhure besetzte: «Das Mädchen Rosemarie» (1996) ließ sie zum Shootingstar der Saison werden und brachte ihr nicht zuletzt eine Goldene Kamera als beste Nachwuchsdarstellerin ein.

Nach Abschluss des Studiums folgten große Bühnenauftritte und Filmrollen, die sie mit ihrem Talent für Vielseitigkeit und Präzision ausfüllte. Für ihren Part in Christian Petzolds «Toter Mann» etwa erhielt sie 2003 ihren ersten Grimme-Preis für «Wolfsburg» 2005 den zweiten, und 2007 einen Silbernen Bären für ihre Hauptrolle in «Yella», wieder eine Zusammenarbeit mit dem Regisseur Petzold, der sie zuletzt als eine von der Stasi bespitzelte Ärztin im DDR-Drama «Barbara» (2012) besetzte.

Auch Hollywood hat schon bei Nina Hoss angeklopft. Der «Homeland»-Episoden-Regisseur Clark Johnson hatte sie an der Seite von Philip Seymour Hoffman in Anton Corbijns «A Most Wanted Man» (2014) gesehen und verschaffte ihr einen Gastauftritt in der US-Erfolgsserie. Sie spielt die deutsche Ex-Geliebte eines CIA-Agenten.

Für die Berliner Schaubühne gibt sie indes in «Die kleinen Füchse - The Little Foxes», einem Broadway-Klassiker aus dem Jahr 1939, unter der Regie von Thomas Ostermeier eine eiskalte Bankiersgattin, die aus ihrem bisherigen Leben ausbrechen will und der alle Mittel recht zu sein scheinen, das zu tun.

Wieder so eine starke Frauenfigur, die Nina Hoss da verkörpert. Übermorgen, am 9. Juli, ist sie laut Spielplan des Theaters das nächste Mal in dieser Rolle zu sehen.

zur Startseite

von
erstellt am 07.Jul.2016 | 00:01 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert