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Boulevard

04. Dezember 2016 | 02:57 Uhr

Film : Promi-Geburtstag vom 6. Juli 2016: Geoffrey Rush

vom

Sydney (dpa) - Als richtig fieser Rohling ist Schauspieler Geoffrey Rush mit der markanten Nase einen Millionenpublikum bekannt: Er spielt den Piraten Hector Barbossa in den «Fluch der Karibik»-Filmen.

Auch in der fünften Folge steht er neben Johnny Depp (Jack Sparrow) vor der Kamera. «Tote Männer erzählen keine Geschichten» kommt 2017 in die Kinos. Eigentlich ist der Australier ein Charakterdarsteller, der sich selbst als «Spätzünder» in Hollywood bezeichnet. Mit Riesentalent: Für seinen ersten Film erhielt Rush gleich einen Oscar. Heute wird er 65 Jahre alt.

Zeit zum Feiern sei nicht, sagt seine Agentin. «Rush ist sehr in einem Projekt mit seiner Frau engagiert, aber die Einzelheiten sind noch vertraulich», sagte Sophy Jones der Deutschen Presse-Agentur. Stören lasse sich der Schauspieler dabei nicht.

Rush ist seit 1988 mit Schauspielerin Jane Menelaus verheiratet. Die beiden haben zwei Kinder, die zu seinen schärfsten Kritikern gehören, wie Rush in einem Interview des «Guardian» humorvoll anmerkte. Als er in dem Animationsfilm «Findet Nemo» 2003 einem Pelikan seine Stimme lieh, meinten die Sprösslinge: «Papa, der Pelikan hat Deine Nase». «Die gemeinste Kritik, die ich je bekommen habe», kommentierte Rush.

Den Oscar als bester Hauptdarsteller bekam er 1997 für seine Rolle in «Shine - Der Weg ins Licht». Rush verkörpert den australischen Ausnahmepianisten David Helfgott, der an einer psychischen Erkrankung, einer sogenannten schizoaffektiven Störung, leidet. Es war seine erste große Filmrolle, und Rush war 44 Jahre alt. Niemand habe eigentlich mit Rush drehen wollen, sagte Regisseur Scott Hicks viel später, weil er keinerlei Film-Erfahrung hatte. «Er war erst das größte Problem, und dann die größte Freude.»

Für Rush war es ein Scheidepunkt: «'Shine' hat mein Leben verändert», sagte Rush der Zeitschrift «The Big Issue». «Ich bekam einen Oskar, und plötzlich war ich auf dem Radar (der Regisseure).»

Rush beeindruckte in weiteren Filmrollen und wurde drei weitere Male für einen Oscar nominiert: 1999 für seine Rolle als Theaterbesitzer Philip Henslowe in «Shakespeare in Love», 2001, als er in «Quills - Macht der Besessenheit» den Marquis de Sade spielte, und 2011 für seine Darstellung des Sprachtherapeuten Lionel Logue in dem Film «The King's Speech».

Rush war seit seinen Studententagen Anfang der 70er Jahre mit Leib und Seele Theaterschauspieler. Mit der renommierten Sydney Theatre Company stand er unter anderem in Gogols «Der Revisor» und Tschechows «Onkel Wanja» auf der Bühne. Mit Mel Gibson spielte er 1979 in Sydney in «Warten auf Godot» - die beiden teilten sich damals vier Monate lang eine Wohnung. Zusammen mit Cate Blanchett spielte Rush in deren Bühnendebüt 1993 in Sydney in «Oleanna» von David Memet.

Ein Umzug nach Brisbane und eine neue Schule haben Rush im Alter von acht Jahren geprägt, wie er der britischen Zeitung «Guardian» sagte. «Ich habe da die Rolle des Klassenclowns gegeben, und meine Lehrerin Miss Hammond hat mich immer nach vorn geholt, wenn Sketche zu spielen waren.»

Die australische Akademie für Film und Fernsehen (AACTA) bezeichnet ihren Gründungspräsidenten als «einfach einen der besten Schauspieler der Welt». «Ich habe Glück gehabt», sagte Rush dem «Guardian». «Es lief alles prima mit der Schauspielerei, und dann kam auch noch die Filmkarriere.»

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erstellt am 06.Jul.2016 | 00:01 Uhr

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