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Boulevard

05. Dezember 2016 | 15:36 Uhr

Leute : Promi-Geburtstag vom 5. August 2016: Michael Ballhaus

vom

Michelle Pfeiffer räkelt sich im roten Glitzerkleid auf einem schwarzen Flügel - und die Kamera fährt in einer einzigen, unendlich langsamen Bewegung ganz um sie herum. Mit dieser Einstellung hat der deutsche Kameramann Michael Ballhaus 1989 Filmgeschichte geschrieben.

25 Jahre lang arbeitete der gebürtige Berliner in Hollywood mit den wichtigsten Regisseuren wie Francis Ford Coppola, Robert Redford, Wolfgang Petersen und Robert De Niro zusammen, allein sieben Filme entstanden mit seinem Lieblingspartner Martin Scorsese. Drei Mal wurde er für einen Oscar nominiert. Am 5. August feiert er

Eine beispiellose Beziehung verband Ballhaus mit US-Starregisseur Scorsese. Vom ersten gemeinsamen Low-Budget-Film «After Hours» (1985) bis zum 100 Millionen Dollar teuren Abschiedswerk «Departed» (2006) mit Leonardo DiCaprio und Jack Nicholson entwickelte das Duo eine eigene Bildsprache, die innovativ mit Licht, Raum und Bewegung arbeitet. Sein Blick liebe die Schauspieler, sagte er einmal. «Ich weiß, dass der Schauspieler viel Aufmerksamkeit und Konzentration von der Kamera braucht.» 

Scorseses Bandenepos «Gangs of New York» trug Ballhaus 2002 seine dritte Oscar-Nominierung ein - nach James L. Brooks' Komödie «Nachrichtenfieber» (1987) und Steven Kloves' Nachtclubfilm «Die fabelhaften Baker Boys» (1989). Die 360-Grad-Kamerafahrt - wie dort um Michelle Pfeiffer herum - wurde als «Ballhaus-Kreisel» zu seinem Markenzeichen. 

Entdeckt hat er seine Leidenschaft schon als 18-Jähriger. 1935 in Berlin geboren und in der Theaterkommune seiner Schauspieler-Eltern im fränkischen Coburg aufgewachsen, hatte er damals Max Ophüls beim Dreh für «Lola Montez» zuschauen dürfen. Ihn faszinierte besonders die «bewegte, schwebende und kreisende Kamera, das magische Licht», - das, was später seine eigene Arbeit so besonders machen wird. 

Nach einem Start beim Fernsehen in Baden-Baden lernt er bald den jungen Rainer Werner Fassbinder kennen. Mit dem ebenso genialen wie exzentrischen Regisseur avanciert er in den 70er Jahren zum Vorzeige-Duo des Neuen Deutschen Films. 

Fünfzehn Filme machen die beiden zusammen, darunter Meisterwerke wie «Die bitteren Tränen der Petra von Kant» (1972) und «Die Ehe der Maria Braun» (1979). Nach vielen Reibereien kommt es bei der Romanverfilmung «Berlin Alexanderplatz» 1980 zum Bruch - Ballhaus und seine Frau Helga halten es mit dem «Koks-Monster», wie er schreibt, nicht mehr aus.

Seine Frau, Mutter der beiden Söhne, bleibt auch nach dem späteren Umzug in die USA die wichtigste Begleiterin. Als sie 2006 nach fast 50 Jahren Ehe völlig unerwartet innerhalb von fünf Stunden an Krebs stirbt, kehrt Ballhaus ins heimatliche Berlin zurück.

2011 heiratet er die um 25 Jahre jüngere Regisseurin Sherry Hormann, für deren Film «3096 Tage» er ein letztes Mal hinter die Kamera tritt. «Sie war der Chef, ich tat, was sie mir sagte.» Das klaustrophobische Drama, die Leidensgeschichte der acht Jahre in einem Kellerverlies gehaltenen Natascha Kampusch in Österreich, stieß auf ein recht geteiltes Echo.

In seinen Jahren in Deutschland kümmerte sich Ballhaus nochmals intensiv um die Nachwuchsförderung. Er übernahm Lehraufträge an Filmhochschulen vor allem in Berlin und München, gründete eine Stiftung und lobte einen Preis für vielversprechende Kameraleute aus.

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erstellt am 05.Aug.2016 | 00:01 Uhr

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