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Boulevard

06. Dezember 2016 | 11:19 Uhr

Leute : Promi-Geburtstag vom 29. Oktober 2016: Richard Dreyfuss

vom

Seinen größten Erfolg feierte er 1977, als er für seine Hauptrolle in der Komödie «Der Untermieter» einen Oscar und einen Golden Globe gewann. Jetzt wird der Schauspieler 69.

Er zeigte sich amüsiert: Die Schauspielerin Julia Louis-Dreyfus (55, «Veep»), sagte in ihrer Emmy-Dankesrede, sie widme den Preis ihrem zwei Tage zuvor gestorbenen Vater. Wegen des ähnlichen Nachnamens glaubten einige Fans, es handele sich um Richard Dreyfuss.

Auf die Kondolenz-Bekundungen im Internet reagierte der Schauspieler prompt. Er sei nicht Louis-Dreyfus' Vater, schrieb Dreyfuss auf Twitter: «Aber ich weiß all die betroffenen Tweets wirklich zu schätzen.» Heute wird er 69.

In der «Der weiße Hai» (1975) war Dreyfuss ein todesmutiger Meeresbiologe, der den Zähnen des Monsters in letzter Sekunde entkommt. In der blutigen Horrorkomödie «Piranha 3D» hatte er 2010 hingegen Pech. Nur kurz taucht er als Angler in einem kleinen Fischerboot auf, als ein gewaltiges Erdbeben prähistorische Piranhas freisetzt - mit tödlichen Folgen für seine Figur Matt Boyd, die Dreyfuss in Erinnerung an «Jaws» mit einer satten Portion Humor spielt.

Der Schauspieler, der sich schon vor Jahren aus Hollywood zurückziehen wollte, steht nach wie vor regelmäßig vor der Kamera. Zuletzt konnte die amerikanische TV-Nation ihn als Anlagebetrüger Bernie Madoff in einer Mini-Serie erleben. Ansonsten sind die Hauptrollen für ihn weniger geworden, doch als Nebendarsteller hat der ergraute Star nicht an Wirkung verloren.

An der Seite von Bruce Willis und Morgan Freeman schlug er 2010 in Robert Schwentkes «R.E.D. – Älter. Härter. Besser.» als Waffenhändler zu. Im Jahr zuvor gab er Nia Vardalos in der Touristen-Komödie «My Big Fat Greek Summer» Schützenhilfe. In Oliver Stones Bush-Parodie «W. – Ein missverstandenes Leben» mimte er 2008 den Vize-Präsidenten Dick Cheney. Wolfgang Petersen hatte ihn zwei Jahre zuvor für seinen Katastrophenfilm «Poseidon» vor die Kamera geholt. Als lebensmüder Architekt kämpfte Dreyfuss auf dem sinkenden Luxusdampfer gegen die Wassermassen an.

Es ist fast vier Jahrzehnte her, dass Dreyfuss 1978 als damals jüngster erwachsener Hauptdarsteller aller Zeiten eine Oscar-Trophäe in Empfang nahm. Er war damals 30 Jahre alt und hatte Hollywood mit seiner Rolle in der romantischen Komödie «Der Untermieter» nach einem Stück von Neil Simon im Sturm erobert. Obendrein gab es auch einen Golden Globe und den höchsten britischen Filmpreis. Erst Adrien Brody («Der Pianist») konnte ihm im Jahr 2003 – mit 29 Jahren – den Rekord streitig machen.

Schon vor seinem Oscar-Ruhm zählte er mit nur 1,65 Metern zu Hollywoods «großen» Stars. Schließlich hatte er in Steven Spielbergs Kassenschlagern «Der weiße Hai» (1975) und «Unheimliche Begegnung der dritten Art» (1977) mitgespielt. Seinen Durchbruch hatte der Kultstreifen «American Graffiti» (1973) markiert. Es geht darin um High-School-Kids, die mit Ami-Schlitten durch eine Kleinstadt cruisen. George Lucas war es, der die damals noch unbekannten Jungschauspieler Richard Dreyfuss, Ron Howard und Harrison Ford engagierte.

Doch nach dem Oscar-Triumph 1977 ging es für Dreyfuss blitzschnell bergab. Er verfiel Drogen und Alkohol, die Rollen blieben aus. Ein schwerer Autounfall und eine Festnahme wegen Kokainbesitzes setzten 1982 seiner Karriere fast ein Ende. Doch der Sohn eines jüdischen Anwalts und einer Friedensaktivistin, in New York geboren und in Beverly Hills aufgewachsen, schaffte ein Comeback.

Der Regisseur Barry Levinson drehte mit ihm und Danny De Vito «Tin Men» (1986), zwei gerissene Vertreter für Blechfassaden. Mit Bette Midler und Nick Nolte glänzte er in der Komödie «Zoff in Beverly Hills», mit Barbra Streisand drehte er das Gerichtsdrama «Nuts – Durchgedreht». Zu Höchstform lief Dreyfuss dann in dem Drama «Mr. Holland's Opus» auf, das ihm 1995 wieder eine Globe- und eine Oscar-Nominierungen einbrachte. Überzeugend verkörpert er darin Freud und Leid eines erfolglosen Komponisten, der seine Berufung als Musiklehrer findet. Für die Rolle alterte er über drei Jahrzehnte hinweg.

Seine Filmografie ist lang. Nebenher nahm sich Dreyfuss immer wieder Zeit für seine erste Liebe, das Theater. Mit Glenn Close und Gene Hackman trat er am New Yorker Broadway in «Der Tod und das Mädchen» auf. Für ein britisches Theater inszenierte er «Hamlet».

Ein Kindheitswunsch wurde dem dreifachen Vater, seit 2006 zum dritten Mal verheiratet ist, bereits erfüllt. «Von klein auf wollte ich einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame haben. Ich malte mir aus, wie da alter Kaugummi dran kleben würde», sagte Dreyfuss einmal in einer US-Talkshow. Seit 1996 hat er seinen Stern auf dem berühmten Bürgersteig, im Herzen von Hollywood.

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erstellt am 29.Okt.2016 | 00:01 Uhr

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