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Boulevard

07. Dezember 2016 | 09:42 Uhr

Musik und Anarchie : Promi-Geburtstag vom 25. Oktober: Stephan Remmler

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«Da Da Da ich lieb dich nicht du liebst mich nicht aha»: Ein paar schlichte Worte und etwas Babysprache - fertig war 1982 der Welthit der Band Trio aus Großenkneten. Kopf der Truppe war Stephan Remmler, der heute seinen 70. Geburtstag feiert.

Nur drei Jahre hielt es Stephan Remmler als Lehrer aus, dann gab er endgültig der Musik den Vorzug. Mit Gert «Kralle» Krawinkel machte der in Witten bei Dortmund geborene Sänger fortan die Nordseeküste unsicher. Als der ehemalige Zirkusclown und Schlagzeuger Peter Behrens dazustieß, nannte sich die Band Trio und wirbelte bundesweit die Musikszene durcheinander

Gitarrist Krawinkel in Trainingsjacke und mit Strickmütze, Behrens stoische Miene und der kurzgeschorene Sänger Remmler mit dem markanten Gesichtszügen wurden mit einem Minimum an Instrumenten und einem Maximum an Spielwitz und Phantasie Trendsetter der Neuen Deutschen Welle. Höhepunkt war der internationale Erfolg des Gassenhauers «Da Da Da - Ich lieb' Dich nicht...». Humoristisch, minimalistisch, anarchistisch, nihilistisch lauteten die Vokabeln der eher ratlosen Kritiker.

Nicht alle nahmen den Text als Nonsense: 2007 wurde Remmler für seine Verdienste um die deutsche Sprache im Ausland mit dem «Internationalen Musikpreis» ausgezeichnet. Der Preis wird vom Verein Deutsche Sprache (VDS), dem Deutschen Rock- und Popmusikerverband (DRMV) sowie der Deutschen Popstiftung vergeben.

Und der Song kommt noch immer an: Eine Version des Hits von Rapper Sido im Zusammenspiel mit Remmler landete sogar noch einmal kurzfristig in den Charts.

Nach dem Ende von Trio im Jahr 1986 startete Stephan Remmler eine zunächst erfolgreiche Solo-Karriere. Mit anarchisch-witzigen Songs wie «Keine Sterne in Athen» oder dem zum Karnevals-Hit avancierten «Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei» konnte er weiterhin punkten. Danach wurde es ruhiger um den dreifachen Vater, der aber weiterhin der Musik verbunden blieb.

«1,2,3,4...» heißt eines seiner letzten Alben. Hörenswert auch das Hörbuch von Keith Richards Autobiographie «Life», die von Stephan Remmler lässig und adäquat eingelesen wurde.

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erstellt am 25.Okt.2016 | 00:01 Uhr

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