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Boulevard

10. Dezember 2016 | 13:57 Uhr

Ex-Police-Sänger ganz gelassen : Promi-Geburtstag vom 2. Oktober 2016: Sting

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Zu seinem 65. Geburtstag will Sting nach mehr als einem Jahrzehnt wieder ein rockiges Album herausbringen. Der Brite gibt sich betont losgelöst vom Musikgeschäft: «Ich muss mit niemandem konkurrieren.»

Die Nähe zum Rentenalter sieht man Sting nicht an. Zum 65. Geburtstag (am 2. Oktober) wirkt er drahtig und agil - und im Reinen mit sich selbst.

«Ich bin glücklich in meiner Haut, ich bin gesund, ich habe einen guten Job, ich kann mich nicht beschweren», sagt der britische Musiker. Das beste am Älterwerden sei, dass man weiser werde, weniger emotional, nicht so verrückt. «Und eines Tages ist das Leben dann eben vorbei.»

Fast 13 Jahre ist es her, dass mit «Sacred Love» zuletzt ein typisches Sting-Album herauskam, wie man es von ihm gewohnt war. Seitdem machte er, wonach ihm gerade war. Ein Album mit Songs aus dem Mittelalter nahm er auf, eins mit Balladen über den Winter, er gab Konzerte mit seiner früheren Band The Police, schrieb und spielte ein Musical über Werft-Arbeiter, übernahm eine Filmrolle in Ben Stillers Komödie «Zoolander 2».

Doch im November soll es wieder ein Album voller Rockmusik geben - auch, weil das keiner mehr von ihm erwarte. In den vergangenen zehn bis zwölf Jahren habe er Musik gemacht, die eher «esoterisch» gewesen sei, sagt Sting selbst. «Ich folgte meiner Neugier.» Wahrscheinlich hätten die Leute jetzt mit nichts anderem mehr gerechnet. «Aber ich wollte sie überraschen.»

Das Album «57th & 9th» habe er binnen zwei Monaten geschrieben und aufgenommen. Benannt ist es nach einer Straßenkreuzung in der Nähe seines New Yorker Studios. Er sei bemüht gewesen, schnell zu sein. «Ich habe mich manchmal in die Kälte rausgesetzt und bin erst wieder reingegangen, wenn ein Song fertig war. Mein Leben ist zu komfortabel.»

Jahrelang schrieb Sting gar keine Songs, bis ihm die Arbeit am Musical «The Last Ship» den Spaß daran zurückbrachte. Eine Herzenssache: Sting verbrachte seine Kindheit direkt neben einer Werft, in einer Straße, in der oft gewaltige Schiffsrümpfe die Sonne verdeckten. Insgesamt fünf Jahre habe er an dem Bühnenstück gearbeitet. Aber am New Yorker Broadway war nach drei Monaten Schluss, obwohl Sting angesichts sinkender Ticket-Verkäufe selbst als Hauptdarsteller einsprang.

Sollte Sting darüber enttäuscht sein, lässt er sich das nicht anmerken: «Ich würde nichts anders machen.» Die Geschichte von Arbeitern einer schließenden Werft, die ein letztes Schiff für sich selbst bauen, sei eben keine leichte Kost gewesen. Immerhin komme das Musical jetzt nach Salt Lake City und nächstes Jahr nach London.

«Ich muss mit niemandem konkurrieren. Ich muss nur mir selbst treu bleiben», sagt Sting. Es sei zwar nett, einen Hit zu haben. «Aber die wahre Freude ist, einen Song fertigzuschreiben.» Er war nicht immer so. In jungen Jahren kam Sting oft als arrogant und gelegentlich auch rüpelhaft rüber. Musik sei für ihn eine Therapie gewesen, sagte er später. Einst hämmerte sich ein Junge, der noch Gordon Sumner und nicht Sting hieß, auf Omas Klavier die Wut und Verwirrung von der Seele, nachdem seine Familie auseinandergebrochen war. Er hatte seine Mutter im Bett mit ihrem Liebhaber gesehen, wie er später in seiner Autobiografie «Broken Music» schrieb. «Die Musik wurde zu einer heilenden Kraft für mich - und ist es immer noch», betont er.

Ohne Zweifel hat sich der Sohn eines Milchmanns den Erfolg hart erarbeitet. Mit sieben Jahren wuchtete er Milchkisten in Lieferwagen für das Geschäft seines Vaters, später verdiente er seinBrot als Busschaffner, Hilfsarbeiter auf dem Bau, Finanzbeamter undLehrer. Und daneben, angespornt vom Beispiel der Beatles, machte er Musik in zahllosen Formationen: Jazzkombos, Rockbands, Musical-Orchester, manche besser, manche schlechter, keinedavon wirklich gut.

Schließlich kam der erste lokale Erfolg mit der Band Last Exit und Mitte der 70er entschloss sich Sting, mit Frau und Baby und ohne Geld nach London zu ziehen. Dort stellte sich das Trio The Police zusammen, mit «Roxanne» gelang ihnen 1978 der Durchbruch.

Den Künstlernamen Sting (Stachel) bekam hatte er schon in jungen Jahren wegen eines schwarz-gelben Pullovers bekommen: «Ein Typ fand, ich sehe aus wie eine Biene.»

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erstellt am 02.Okt.2016 | 00:01 Uhr

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