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Boulevard

04. Dezember 2016 | 17:23 Uhr

Abenteurer und Architekt : Promi-Geburtstag vom 15. Oktober 2016: Volkwin Marg

vom

Von der Neuen Messe Leipzig bis zum Olympiastadion in Berlin: Der Hamburger Volkwin Marg verbindet in seinen Bauten Tradition und Moderne. Jetzt feiert der gefragte Architekt seinen 80. Geburtstag.

Seine Stadien stehen rund um den Erdball: in Deutschland das umgebaute Olympiastadion in Berlin, die Commerzbankarena in Frankfurt und das Rheinenergiestadion in Köln.

Für die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika baute der Hamburger Architekt Volkwin Marg die viel beachteten Stadien in Kapstadt, Durban und Port Elizabeth. In Brasilien realisierte er die Fußballstadien in Brasilia, Belo Horizonte und Manaus. Weitere Stadien stehen in Kiew und Warschau.

Gerade kommt er von der Eröffnung seiner neuen Arena in Krasnodar (Russland) zurück, und obwohl der erfolgreiche Architekt am Samstag (15. Oktober) 80 Jahre alt wird, macht er immer weiter: «Das ist, als ob sie einem Kind das Spielen im Sandkasten verbieten wollen. Das geht nicht», sagte Marg im Interview der Deutschen Presse-Agentur.Zusammen mit Meinhard von Gerkan leitet Marg, dessen blaue Augen beim Erzählen vor Lebensfreude sprühen, seit 1965 das Architekturbüro von Gerkan, Marg und Partner (gmp). Das Hamburger Büro hat seinen Sitz an der Elbchaussee über dem Museumshafen Övelgönne, den der leidenschaftliche Segler mitgegründet hat. Das Büro gehört mit mehr als 500 Mitarbeitern zu den erfolgreichsten in Deutschland und ist weltweit aktiv.

Grundlage des Erfolgs war der Entwurf für den Flughafen Berlin-Tegel: Mit seinem Studienfreund Meinhard von Gerkan bekam der damals erst 29 Jahre alte Marg dafür 1965 bei einem Wettbewerb den 1. Preis. Das Aedes Architekturforum in Berlin widmet Volkwin Marg vom 22. Oktober bis zum 1. Dezember eine Jubiläumsausstellung zum Geburtstag.Das Geheimnis seines Erfolges: «Das traditionelle Vokabular übertragen in die Sprache der Moderne», erklärt Marg in den lichtdurchfluteten Räumen seines Büros hoch über dem Hamburger Hafen. Gerne greift er historische Motive auf, setzt sie aber modern um, wie etwa bei der Einkaufspassage Hanse-Viertel in Hamburg (1980) oder der Neuen Messe Leipzig (1996). Seine Architektur ist diskret elegant, in der Form eher zurückhaltend, aber unverwechselbar. Besonders am Herzen liegen ihm auch politische Projekte wie der Umbau des Olympiastadions in Berlin: «Es geht nicht darum zu zerstören, sondern zu verstehen, zu bewältigen und darüber hinauszugehen», erklärt er.Obwohl er während des Krieges in Danzig aufwuchs, hat Volkwin Marg auch schöne Erinnerungen an seine Kindheit: Da waren die Schiffe und die Werft, die seine Leidenschaft für die Seefahrt weckten und selbst im Luftschutzkeller «spielten wir Kinder unbeirrt weiter». Mit Glück konnte die Familie nach Thüringen fliehen. Wegen seiner «christlichen Einstellung» bekam der Sohn eines Pfarrers in der DDR ein schlechtes Zeugnis und flüchtete nach West-Berlin, wo er ein Architekturstudium begann, weil er zunächst «eine apolitische Nische in der DDR» gesucht hatte. In West-Berlin lernte Marg seinen Freund Meinhard von Gerkan kennen und schon bald arbeiteten die beiden zusammen.Der gern auch politisch wirkende Marg - «Architektur ist natürlich nicht unpolitisch» lautet der Titel eines seiner zahlreichen Bücher - war Präsident des Bundes Deutscher Architekten (BDA) und Professor an der Technischen Hochschule in Aachen. Zudem setzt er sich seit langem für eine hohe Gestaltungsqualität seiner Wahlheimat Hamburg als «amphibisches Gesamtkunstwerk» ein: In der Hansestadt stammen die Entwürfe für Wohnhäuser am Fischmarkt (1989), das Fleetinsel-Quartier (1993), das Elbkaihaus (2000) und die Montagehallen für den Airbus A 380 (2005) von ihm. Vehement hat sich Marg auch für die Hafencity engagiert, «ein Projekt, das ich liebe wie ein Vater, der sein Kind zur Adoption freigeben musste».Freiheit spürte und spürt der Abenteurer am liebsten beim Segeln, Motorradfahren, Bergsteigen und Fliegen. Seit 40 Jahren geht er mit seinem Dreimast-Bramsegelschoner «Activ» auf Expedition - war in Grönland und Spitzbergen, mit Schlittenhunden unterwegs oder Bergsteigen in Bhutan. Das Bergsteigen und Motorradfahren musste er «wegen der Knie» mittlerweile aufgeben, aber Bergwandern in den Alpen geht immer noch. In seiner Hütte in Saalbach trifft sich die ganze Familie - fünf Kinder aus zwei Ehen und neun Enkelkinder. Dem Segeln ist er treu geblieben: Zum Geburtstag hat er sich einen «Tjotter» geschenkt, ein kleines Boot zum Segeln auf der Flensburger Förde.

gmp

Ausstellung in Berlin

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erstellt am 15.Okt.2016 | 00:01 Uhr

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