zur Navigation springen

Boulevard

10. Dezember 2016 | 21:36 Uhr

Kommissar Wallander : Promi-Geburtstag vom 12. November 2016: Krister Henriksson

vom

Die Auftritte als Kommissar Wallander machten Krister Henriksson berühmt. Vor seinem 70. Geburtstag schlüpfte der Schwede in eine ganz andere Rolle: Er spielte einen «grundgescheiten und genau richtig dicken Mann in seinen besten Jahren».

32 Mal hat Krister Henriksson der Romanfigur Kurt Wallander im Fernsehen Leben eingehaucht. Über acht Jahre lang stand er für die Verfilmungen der berühmten Mankell-Krimis vor der Kamera - vor allem, weil es der Wunsch des Autors war.

«Henning Mankell wollte, dass gerade ich Wallander spiele, das war wichtig für ihn», sagt der Schwede im Herbst 2015 dem «Svenska Dagbladet». Da ist Schwedens berühmtester Schriftsteller gerade an Krebs gestorben, und Henriksson trauert wie wenige andere um seinen Landsmann. «Es fühlt sich an, als wäre mein kleiner Bruder gestorben», sagt Henriksson damals. Seinen 70. Geburtstag muss der Schauspieler ohne seinen Freund feiern.

Die Rolle des schwermütigen Ermittlers aus dem südschwedischen Ystad machte Henriksson über Skandinavien hinaus zum Promi. Dank ihr kennen wohl die meisten deutschen Fernsehzuschauer sein Gesicht. In seiner Heimat ist er auch abseits der düsteren Krimi-Verfilmungen ein gefeierter Schauspieler. Zweimal bekommt er in seiner Karriere den «Guldbagge» («Goldkäfer»), den wichtigsten Filmpreis Schwedens, 2007 auch die «Goldmaske», den bedeutendsten Theaterpreis. 2000 spielt er unter Starregisseur Ingmar Bergman in «Die Treulosen».

In der dritten Staffel der britischen Krimiserie «The Fall - Tod in Belfast» mimt Henriksson nun einen Psychiater. Für die Rolle hatte Henriksson nicht vorsprechen müssen, erzählt er dem schwedischen Radio. «My English is not good» (Mein Englisch ist nicht gut), sagte er dem Regisseur am Telefon. «You sound perfect» (Du klingst perfekt), erwiderte der.

Gerade hat Henriksson auf der Bühne des schwedischen Nationaltheaters Dramaten in Stockholm außerdem eine Figur gespielt, die so gar nichts mit dem grummeligen alten Kommissar zu tun hat, den Henning Mankell irgendwann mit Alzheimer in den Ruhestand verbannte. Als «Karlsson vom Dach» schwebte der Vater von drei erwachsenen Kindern seit Mai über den Dingen.

Mit Astrid-Lindgren-Rollen hat der Schwede Erfahrung, er spielte unter anderem schon in der Buchverfilmung «Kalle Blomquist lebt gefährlich» (1996). Trotzdem sei der Karlsson «eine der schwierigsten Rollen, die ich bislang hatte», sagt Henriksson der Zeitung «Dagens Nyheter». «Er sollte nicht nur ein alter Mann mit einer lustigen Perücke sein.»

Eigentlich habe er die Rolle seiner Partnerin zu verdanken, erzählte er der Zeitung. Er habe sich beklagt, dass er nur «depressive Greise» spielen dürfe, König Lear oder Demenzkranke. «Ich will es doch lustig haben!», klagte er Cecilia Nilsson, die selbst Schauspielerin ist, demnach sein Leid. «Ich hab's! Du musst Karlsson vom Dach spielen!», rief die aus.

Das selbstverliebte Dickerchen sieht Henriksson als «Anarchisten und Aktivisten» mit «Fuck-Off-Attitüde» und «massenhaft Liebe». Und er erinnert ihn an seinen Freund Henning Mankell: «Ein grundgescheiter und genau richtig dicker Mann in seinen besten Jahren.» Nach dessen Krebstod fühlte Henriksson laut «Expressen» «eine große, unendliche Leere».

zur Startseite

von
erstellt am 12.Nov.2016 | 00:01 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert