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Boulevard

07. Dezember 2016 | 11:38 Uhr

Film : Promi-Geburtstag vom 12. August 2016: William Goldman

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Für Regisseur Rob Reiner (69, «Harry und Sally», «Misery») ist William Goldman «möglicherweise Amerikas großartigster Drehbuchautor». Oscar-Preisträger Aaron Sorkin (55), der die Vorlagen für «The Social Network» und «Steve Jobs» schrieb, preist ihn als den Erfinder des modernen Drehbuchs. Alles was er wisse, habe er von Goldman gelernt, erklärt Sorkin. Und das sei höchstens ein Zehntel von Goldmans Schreibkunst.

Reiner und Sorkin sind nur zwei Filmgrößen von vielen, die das Schreibgenie hinter Hollywood-Klassikern wie «Die Unbestechlichen», «Der Marathon-Mann» und «Misery» verehren. Sie kommen in einem Trailer für die im Dreh befindliche Dokumentation «Nobody Knows Anything (except William Goldman)» über den legendären Drehbuchautor zu Wort. Goldman, der am Freitag (12. August) seinen 85. Geburtstag feiert, mischt als Schreiber und Mentor im Filmgeschäft immer noch mit. 

Ohne ihn hätten sich viele Hollywoodstars nichts zu sagen gehabt. In dem Watergate-Drama «Die Unbestechlichen» legte er Robert Redford und Dustin Hoffman kluge Worte in den Mund. In dem Psychothriller «Misery» (1990) lieferte Goldman den Erfolgsautor Paul Sheldon (James Caan) einem besessenen Fan (Kathy Bates) ans Messer. Robert Downey Jr. ließ er als «Chaplin» (1992) sprechen. 

Seine erste Oscar-Statue für den Western «Butch Cassidy und Sundance Kid» (1969) mit Paul Newman und Robert Redford nahm Goldman nicht einmal persönlich in Empfang. Er hatte sich «null Gewinnchancen» ausgerechnet und war der Gala-Show einfach ferngeblieben. Sieben Jahre später trat er selbst auf die Bühne, als sein Drehbuch für «Die Unbestechlichen» den höchsten Filmpreis gewann.

Er verfasste das Skript zu einem der berühmtesten Antikriegsfilme «Die Brücke von Arnheim» (1977). In den Krimis «Der Marathon-Mann» (1976) und Clint Eastwoods «Absolute Power» (1997) schmiedete er komplizierte Polit-Plots. In der Western-Parodie «Maverick» (1994) spannte er Mel Gibson und James Garner als komisches Team ein. Mit den «Frauen von Stepford» wagte er sich 1975 in die Sci-Fi-Welt, mit «Jurassic Park III» (2001) ins Fantasy-Land.

Wenn anderen Autoren die Worte ausgehen, dann greift Goldman oft als «Script-Doctor» ein. So gab er «Wilde Kreaturen» (1997) und «Mission Impossible II» (2000) den letzten Schliff. Der Hollywood-Insider nahm kein Blatt vor den Mund, als er in den Sachbüchern «Das Hollywood-Geschäft» und «Wer hat hier gelogen?» über die Eitelkeiten und Machtspiele der Filmindustrie herzog.

Selbstironisch prägte er den berühmten Satz: «Nobody knows anything», niemand im Hollywood wisse irgendetwas. «Keiner hat die geringste Idee, was für ein Film am Ende gut läuft», erklärte Goldman 2014 in einem Interview von «Indiewire». Als Student habe er überhaupt kein Schreibtalent gehabt, behauptet der Erfolgautor. Sein erstes Skript habe er erst mit 33 Jahren gelesen. Von wegen Filmschule: Er sei einfach viel ins Kino gegangen und habe sich dort in Filme verliebt.

Der 1931 im US-Staat Illinois geborene Autor, der vor seiner Hollywood-Karriere Literatur studierte, schrieb mit 25 Jahren den ersten von insgesamt 20 Romanen. Am bekanntesten ist sein Fantasy- Buch «Die Brautprinzessin», ein fantastisches Märchen mit Riesen, Prinzen und Fabelwesen. Rob Reiner brachte «The Princess Bride» 1987 auf die Leinwand, gefolgt von «Misery» (1990).

Im vorigen Jahr machte sich Goldman noch einmal an sein altes «Misery»-Skript nach der Romanvorlage von Stephen King und schrieb es für eine Broadway-Adaption mit Bruce Willis um. Die Lust am Schreiben hat er offenbar nicht verloren. Fünf Drehbücher habe er seit 2003 zu Papier gebracht, aber noch sei keines davon verfilmt worden, sagte Goldman im vorigen November dem Entertainment-Portal «Vulture.com». Mit ein Ansporn für die eigene Schreiblust: «Viele Filme, die heute gemacht werden, gefallen mir nicht.» 

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erstellt am 12.Aug.2016 | 00:01 Uhr

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