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Boulevard

03. Dezember 2016 | 03:32 Uhr

Leute : Promi-Geburtstag vom 10. September 2016: Colin Firth

vom

Colin Firth musste lange auf seinen Durchbruch warten, inzwischen hat er aber einen Oscar zuhause stehen und freut sich über komplexere Rollen.

Berlin (dpa) - Kurz vor seinem 56. Geburtstag an diesem Samstag hat Colin Firth alle Hände voll zu tun bekommen. Zusammen mit Renée Zellweger und Patrick Dempsey muss der britische Schauspieler die Werbetrommel für den dritten Teil von «Bridget Jones» rühren.

Die Single-Frau (Zellweger) mit leichten Gewichtsproblemen und einem Hang für Fettnäpfchen ist schwanger - allerdings weiß sie nicht genau von wem: Ist es Ex-Freund Mark Darcy (Colin Firth) oder ihr neuer Liebhaber, gespielt von Patrick Dempsey («Grey's Anatomy»).

Nach der Weltpremiere in London hat «Bridget Jones' Baby» zwar gemischte Kritiken erhalten, aber der eingeschworenen Fan-Gemeinde dürfte das herzlich egal sein. Groß war auch der Andrang in Berlin, der zweiten Station der Werbe-Karawane, wo Colin Firth mit trendiger Brille eifrig für Selfies posierte.

Der Schauspieler hat zwar kürzlich zugegeben, dass er nicht mehr ganz die Energie von früher habe, dafür aber seine Arbeit interessanter würde. Er spiele nun komplexere Rollen, Männer mit einer Vergangenheit. «Mit meinen jetzigen Rollen kann ich mein eigenes Leben reflektieren», sagte er der «Berliner Morgenpost». «Das sind Männer mittleren Alters, die begreifen, dass sie mit ihren Problemen nicht klarkommen und sich aufgeben. Und dann sehen sie, dass es doch noch eine Chance gibt.»

Seine Filmografie beginnt Mitte der 80er Jahre mit kleineren Rollen, auch in Fernsehserien. Als Mr. Darcy eroberte er zehn Jahre später in der BBC-Serie «Stolz und Vorurteil» die Herzen seines vornehmlich weiblichen Publikums, das ihm in romantischer Schwärmerei fortan treu ergeben sein sollte.

Dennoch fristete er sein Schauspieler-Dasein lange Zeit eher in der zweiten Reihe und musste sich mit romantisch-braven Rollen wie in «Shakespeare in Love» zufriedengeben. In Filmen wie «Das Mädchen mit dem Perlenohrring» (2003) deutete er als Jan Vermeer allerdings an, dass er doch eine Menge mehr drauf hat.

Und dann, in einem Alter, wenn viele andere Männer in ihre Midlife-Krise fallen, startete Colin Firth durch: 2009 brillierte er schon als homosexueller Selbstmordkandidat in Tom Fords elegant-melancholischem Regiedebüt «A Single Man». Mit «The King's Speech» (2010) triumphierte er 2011 bei den Oscars als stotternder englischer König.

Firth verkörpert den stammelnden Royal auf äußerst sehenswerte Weise: Wie er krampfhaft versucht, einzelne Wörter herauszupressen, die im Hals stecken bleiben und nur gurgelnd rauskommen - das ist große Schauspielkunst. Hinzu kommt, dass im Gesicht von Firth das Leiden und die innere Zerrissenheit eines Mannes sichtbar werden, der lange im Schatten seines Vaters und seines Bruders stand, und der sich selbst unterschätzte.

Mit Worten hat Firth auch in seinem aktuellen Film «Genius - Die tausend Seiten einer Freundschaft» zu tun, in dem er sich als Lektor Max Perkins mit dem Schriftsteller Thomas Wolfe (Jude Law) herrliche Wortduelle liefert.

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erstellt am 10.Sep.2016 | 00:01 Uhr

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