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Boulevard

11. Dezember 2016 | 01:33 Uhr

Medien : Oper für alle: Rigoletto aus der Oper Stuttgart

vom

Ein Lückenfüller zwischen dem Eröffnungsspiel der Fußball-Europameisterschaft und dem ersten Deutschland-Match soll die Oper «Rigoletto» im SWR-Fernsehen am Samstag auf keinen Fall sein.

Nach ersten Erfolgen mit Musiktheater im Fernsehen will der Südwestrundfunk am 11. Juni mit «Oper für alle: Rigoletto aus der Oper Stuttgart» (SWR, 20.15 Uhr) zur besten Sendezeit nachlegen. Das gilt zwar als Wagnis für jene, die auf Einschaltquoten schauen. Doch immer wieder gibt es Erfolge mit dem Format. Da die Inszenierung vom Juni 2015 auf der Bühne ein Hit war, stehen zumindest die Vorzeichen gut, dass «La donne è mobile» und andere Ohrwürmer der Oper von Giuseppe Verdi auch das TV-Publikum begeistern.

Der SWR-Kulturredakteur Alexander Wasner in Mainz ist begeistert von der modernen Regie von Jossi Wieler und Sergio Morabito, die trotz des düsteren Stoffs eine extrem gut gelaunte Inszenierung geschaffen hätten. Die Konzentration hier liege nicht so stark wie sonst auf dem frauenverschlingenden Herzog von Mantua, sondern eher auf dem Revolutionär Rigoletto, der den Machthaber stürzen will - und letztlich die eigene Tochter auf dem Gewissen hat.

«Wir zeigen die Oper nicht nur als Oberflächenereignis», sagt Wasner. Das heißt, hier wird die Bühne nicht einfach nur abgefilmt. Vielmehr geben Moderatoren Einblicke auch in das Geschehen im «Maschinenraum» der Oper. Menschen auf der Straße kommen zu Wort, gezeigt wird das Davor, Dazwischen und Danach. Intendant Wieler erinnert sich noch gut an den 2. Mai, als die Oper auch beim Trickfilmfestival auf den Stuttgarter Schlossplatz übertragen und gleichzeitig vom SWR aufgezeichnet wurde. 3000 Menschen sahen zu.

«Wenn das Fernsehen in die Oper kommt, ist das immer ein großer Aufwand für beide Seiten», sagt Wieler. Die Gefahr sei groß, dass die Beteiligten bei dieser hochkomplexen Angelegenheit in ihrer Konzentration gestört würden. Wichtig sei das aber allemal, um einer größeren Öffentlichkeit Einblick in die Arbeit zu geben. «Bild und Ton aus dem Opernhaus wurden mittels einer Satellitenverbindung auf die große LED-Wand übertragen», erzählt Wieler. Für den Rundumklang seien auf dem Schlossplatz zusätzliche Lautsprecher aufgebaut worden.

Auf der Seite theoperaplatform.eu, eine Kooperation zwischen ARTE, Opera Europa und 15 europäischen Opernhäusern, ist Stuttgarts «Rigoletto» noch bis 20. Juni gratis zu sehen - neben anderen Inszenierungen. Mehr als eine Million Video-Zugriffe habe die Seite bisher verzeichnet. «Natürlich ersetzt das Streaming keinen Opernbesuch, aber nicht jeder hat das Privileg, in der Nähe eines Opernhauses zu wohnen», sagt Wieler.

Beim SWR hat die Übertragung großer Inszenierungen beinahe Tradition. Als Moderator begleitete schon Harald Schmidt in Stuttgart die Oper «Don Giovanni», Kim Fischer die Nibelungenfestspiele in Worms und Max Moor «Turandot» von der Bregenzer Seebühne.

Der Titel «Oper für alle» zur Primetime sei ein Bekenntnis, sagt SWR-Film- und Kulturchefin Martina Zöllner. «Wenigstens ein, zwei Mal im Jahr aktuelle Inszenierungen populärerer Opern einem großen Fernsehpublikum anzubieten, also Menschen, die mehrheitlich kein Opern-Abo besitzen und keine Opern-Experten sind, betrachte ich als Kern des öffentlich-rechtlichen Kulturauftrages», sagt sie. Immerhin lagen die Einschaltquoten 2013 für die Nibelungenfestspiele nach SWR-Angaben bei vergleichsweise starken 12 Prozent.

Oper zu Rigoletto

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erstellt am 11.Jun.2016 | 00:01 Uhr

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