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Boulevard

10. Dezember 2016 | 08:07 Uhr

Musik : Newcomerin Lina Maly legt Debüt vor

vom

Eigentlich wollte sie Kunst studieren, jetzt kam aber eine Karriere als Sängerin dazwischen: Ende August erscheint das Debütalbum von Shootingstar Lina Maly.

Ein kleiner heller mit alten Perserteppichen ausgelegter Raum in einem Hinterhof des Hamburger Schanzenviertels - Probe des neuen Shootingstars Lina Maly und ihrer Band.

Die 19-Jährige hält beim Singen die Augen geschlossen, ihre Armen bewegen sich rhythmisch zur Musik. Lina und die drei Jungs an den Instrumenten wirken vertraut und eingespielt, dabei kennen sie sich erst seit wenigen Monaten. Wie ein typisches Popsternchen sieht die junge Sängerin nicht aus - ihre Lieder sind oftmals melancholisch, die deutschen Texte gefühlvoll und authentisch. Jetzt ist Linas Debütalbum «Nur zu Besuch» erschienen.

Aufgewachsen in einem Dorf nördlich von Hamburg kam Lina schon früh mit Musik in Berührung. Bereits als kleines Mädchen tanzte sie zum Klavierspiel ihres Bruders und fing im Alter von sechs Jahren auch selbst mit dem Musizieren an. Mit 14/15 Jahren begann sie, Gesangsunterricht zu nehmen. Über ihre Gesangslehrerin lernte sie ihren späteren Manager kennen, der über ein deutsches Pendant zur englischen Popsängerin Birdy nachdachte. «Es ist nicht so, dass ich schon als Kind Popstar werden wollte und überall rumgetourt bin mit meiner Gitarre oder Straßenmusik gemacht habe und dann entdeckt wurde», sagt sie lachend.

Schon früh schrieb sie eigene Texte, hauptsächlich jedoch Essays und Gedichte. Mit dem Schreiben von Liedern fing sie erst zu Beginn ihrer Karriere an. Hilfe bekommt die Newcomerin dabei von Profis wie Musikproduzent Frank Pilsl, der auch mit Sänger Philipp Poisel zusammenarbeitet. Die meisten Inspirationen ziehe sie aus Gesprächen, denn sie «liebe es zuzuhören», sagt die aufgeweckte junge Frau. Viele ihrer Freunde kämen mit ihren Problemen zu ihr. Dies sei zum Teil sehr anstrengend, «weil ich dann krampfhaft versuche, ihre Probleme zu lösen».

Welchen Einfluss die Gespräche mit ihren Freunden auf ihre Musik haben, zeigt sich in den Themen, die in ihren Liedern behandelt werden. Der gesellschaftskritische Song «Schön genug» handelt beispielsweise von Schönheitsidealen, Perfektionswahn und gesellschaftlich erzeugtem Druck. Das seien Themen, die sie selbst auch belasten würden, gibt Lina zu. Viele Freundinnen von ihr hätten sogar eine Essstörung und «schämen sich für irgendeine Körperregion. Mich macht das schon ganz schön fertig», sagt Lina nachdenklich. Der Song wurde bei YouTube bereits über 100 000 Mal aufgerufen.

In ihrem melancholischen Lied «Als du gingst» verarbeitet Lina den Tod einer Freundin. Der Song basiert auf einem Brief, den Lina ihrer Freundin vor ihrem Tod schrieb und der ihr Mut machen sollte. Die Kernaussage des Liedes ist: «Solange wir an sie denken, ist sie noch bei uns», erklärt Lina. Er soll aber nicht nur den Sterbenden Hoffnung geben, sondern auch denen, die bleiben.

Neben den Studioaufnahmen für ihr erstes Albums hat Lina noch ihr Abitur gemacht. Ihre Lieblingsfächer waren Musik sowie Kunst, Sport und Philosophie. Das ist auch der Grund, warum ihre Studienwahl auf Philosophie gefallen ist. Beworben hat sie sich in Hamburg, Berlin und Köln. «Aber ich weiß noch nicht, ob ich den Platz wirklich direkt annehmen oder nochmal ein bis zwei Semester warten würde. Man kann ja jetzt noch nicht genau sagen, wie viel Zeit das mit der Musik in Anspruch nehmen wird», meint sie. Ursprünglich wollte die Sängerin Kunst studieren, aber ihre Mappe sei noch nicht perfekt genug.

Im September tritt Lina Maly im Rahmen des Hamburger Reeperbahnfestivals auf, im November und Dezember geht sie auf eigene Clubtour, mit Stationen in Hannover, Köln, München und Berlin.

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erstellt am 01.Sep.2016 | 06:00 Uhr

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