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Boulevard

04. Dezember 2016 | 00:55 Uhr

«Herzkino» am Sonntagabend : Neue Rosamunde-Pilcher-Saison startet

vom

Mit den Liebesgeschichten der Rosamunde-Pilcher-Reihe erzielt das ZDF regelmäßig gute Einschaltquoten. Vor der malerischen Kulisse Südwestenglands werden die Filme jährlich im Akkord gedreht.

Der Himmel über der Grafschaft Cornwall ist bewölkt. Es gibt nicht genug Sonnenschein für die geplanten Strandaufnahmen zum Film «Rosamunde Pilcher: Wie von einem anderen Stern».

Statt der angedachten Strandszene im Urlaubsparadies Porth Beach in Newquay werden deshalb im 40 Kilometer entfernten Küstenstädtchen Portscatho Innenaufnahmen gemacht. In einem Privathaus mit Meerblick findet der Dreh mit den Schauspielern Liza Tzschirner und Francis Fulton-Smith statt.

In englischen Küstenstädten ist das Wetter eben nicht immer so, wie es im Fernsehen aussehen soll. Dann gilt es schnell zu reagieren, denn der Zeitplan für jeden der sechs Filme, die in diesem Jahr produziert werden, ist mit 20 Drehtagen straff.

Kurzfristige Umstellungen sind die Mitarbeiter der Produktionsfirma FFP New Media gewohnt. Das Team ist lange eingespielt. Schon Anfang der 90er Jahre erwarben die Produzenten erstmals Verfilmungsrechte an den Geschichten von Rosamunde Pilcher. Seit 1993 hat die Firma über 100 Filme produziert, in denen sich alles um das Thema Liebe dreht - die laut Pilcher «schönste Nebensache der Welt».

«Wie Zahnräder wirken die einzelnen Abteilungen mittlerweile ineinander», erklärt Fulton-Smith, für den es schon die dritte Pilcher-Verfilmung ist. Viele der Beteiligten hinter der Kamera kennt der Schauspieler von früher. Einige sind seit mehr als 20 Jahren dabei. Am Set herrscht eine beinahe familiäre Atmosphäre. «Ich bin überrascht, mit wie viel Freude und Hingabe diese Filme produziert werden», sagt Hauptdarsteller Daniel Aichinger.

Schauspielerin Saskia Valencia dreht «ihren zweiten Pilcher» nach 1999. «Damals hatte ich den Eindruck, einigen Kollegen in der Branche sei die Materie zu seicht», erinnert sich Valencia. Inzwischen hätten die Produktionen aber bei Schauspielern einen sehr guten Ruf. «Es sind schöne Geschichten. Es ist ein anständiger 90-Minüter. Und es funktioniert seit vielen Jahren.»

Die Pilcher-Filme verstehen sich als romantische Alternative zum «Tatort». Die Erfolgsformel beschreibt Herstellungsleiterin Beate Balser so: «Schöne Menschen und schöne Landschaften in einer rundum funktionierenden Liebesgeschichte». Neben den Schauspielern ist die Kulisse eindeutig der Star. Insbesondere die malerische Landschaft von Cornwall mit ihren Stränden, Klippen und weitläufigen Grünflächen ist regelmäßig Schauplatz der Filme.

In den 90ern flog das Team schon mal für eine einzelne Szene nach Nizza. Mittlerweile wird vor allem aus Kostengründen komplett in Großbritannien gedreht. «Der Etat ist nicht gerade größer geworden», bemerkt Beate Balser, die auch für das Budget verantwortlich ist. «Die Drehbedingungen sind härter geworden. Als wir damals anfingen, hatten wir 24 Drehtage. Heute haben wir 20 oder 21.»

Auch Erzählstil und -tempo haben sich über die Jahre verändert. «Die Filme von 1993 bis 2000 sind noch sehr viel langsamer erzählt», erklärt Balser. «Auch die Schnitte sind viel schneller geworden. Und heute wird viel mehr in Action investiert.» Gemeint sind nicht spektakuläre Stunts, sondern Unternehmungen wie eine Ballonfahrt, eine Ruder-Regatta und ein Pferderennen. «Die Geschichten werden eingebettet in sehr schöne Ereignisse», sagt Balser.

Für manchen Zuschauer ist ein Abend mit Rosamunde Pilcher wie ein 90-minütiger Kurzurlaub. Passend dazu wird das Häuschen in Portscatho, das schon häufiger für Filmaufnahmen genutzt wurde, in «Harry's Bed & Breakfast» verwandelt. Für den typisch britischen Charme sorgt Produktionsdesigner Keith Dunne. «Unsere Aufgabe ist es, eine Welt zu schaffen, die etwas Märchenhaftes an sich hat», erklärt er. «Wir zeigen eine leicht übertriebene Version unseres britischen Lebens.»

Für eine «zeitlose Qualität», setzt Dunne Requisiten ein, die schon 10 bis 15 Jahre alt sind. Außerdem hübscht er die Kulissen drinnen und draußen mit Blumen auf. «Wir zeigen Großbritannien gern in voller Blütenpracht», sagt er. Und noch etwas ist für die typische Pilcher-Optik entscheidend, verrät Kameramann Sebastian Wiegärtner: «Man muss viel Licht setzen, es schön sonnig wirken lassen.» Und zwar auch dann, wenn das Wetter gerade nicht mitspielt.

Den Auftakt der neuen Saison macht der Film «Rosamunde Pilcher: Ex und Liebe» an diesem Sonntag (20.15 Uhr) im ZDF. Darin muss sich ein in Scheidung lebendes Paar, gespielt von Günter Barton und Saskia Vester, noch einmal zusammenraufen, um das gemeinsame Hotel zu retten. Der Ausstrahlungstermin für «Rosamunde Pilcher: Wie von einem anderen Stern» steht noch nicht fest.

ZDF Herzkino

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erstellt am 27.Sep.2016 | 13:03 Uhr

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